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Seit 2011 gibt es im Landkreis Bernkastel-Wittlich 18 Bambini-Feuerwehren

Rettungswesen : Schon die Kleinsten brennen für die Wehr

Seit 2011 gibt es im Landkreis Bambini-Feuerwehren. Inzwischen sind 270 Kinder zwischen sechs und neun Jahren in 18 Bambini-Feuerwehren aktiv. Es sollen noch mehr werden.

Die Stimmung ist gut im Feuerwehrhaus in Manderscheid. Heute trifft sich die Bambini-Feuerwehr im Gruppenraum. Bevor es losgeht, spielen die zehn Jungen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren eine Runde Kicker. Dann wird konzentriert zugehört, wenn die Leiterin der Bambini-Feuerwehr, Stefanie Patz, erklärt, dass sie sich heute auf die Bambini-Flamme zwei vorbereiten wollen. „Die Bambini-Flamme eins habt ihr ja schon alle gemacht“, sagt sie und lässt noch einmal die Inhalte wiederholen. Die Kinder wissen gleich, wie man einen Notruf absetzt, auf was man achten muss, um ein Pflaster keimfrei aufzukleben und dass man bei der Bambini-Flamme brennbare von nicht-brennbaren Stoffen unterscheiden muss.

Heute geht es ums Thema Schilder, die bei der Feuerwehr wichtig sind. Die werden aber nicht an der Tafel gezeigt, sondern die Kinder gehen gleich vor die Tür und in die verschiedenen Räume und sehen sie sich vor Ort an.

Einmal pro Monat treffen sich die Kinder. Dabei sind die Stunden unterteilt in ein Drittel Feuerwehrwissen, ein Drittel allgemeine Jugendarbeit und ein Drittel Spiel und Spaß. Im Bereich Feuerwehrwissen wird beispielsweise der Streichholzführerschein gemacht, bei dem man lernt, das Streichholz vom Körper weg anzumachen, es hoch zu halten und zu schauen, welche keine Knicke haben oder schon abgebrannt sind.

Sabine Christ vom Fachbereich Bambini-Feuerwehr bei der Kreisverwaltung: „Wir haben auch schon mal eine große Schüssel voll Streichhölzer gehabt und die Kinder dann sortieren lassen. Sie waren mit Eifer dabei.“ Unter dem Stichwort allgemeine Jugendarbeit werden je nach Jahreszeit Kürbisse geschnitzt, der Maibaum geschmückt oder ein Feuerwehrlied für Karneval eingeübt. Bei Spiel und Spaß werden oft Teamspiele angeboten. Sabine Patz berichtet: „Alle stellen sich auf eine Decke, die dann dreimal gefaltet werden muss, ohne dass einer die Decke verlässt. Da ist es schon wichtig, miteinander zu sprechen, Ideen zu haben und  einander helfen.“ Einen Ball von einem Schwungtuch auf ein anderes und wieder zurückwerfen, einen mit Wasser gefüllten Becher durch einen Bauzaun weitergeben sind andere Spiele. Auch Ausflüge zu anderen Feuerwehren, Rettungsdiensten oder Zeltlager stehen auf dem Programm.

„Die Hürde, eine Bambini-Feuerwehr zu gründen, ist gar nicht hoch. Weder von den rechtlichen Voraussetzungen noch von der Umsetzung in der eigenen Wehr“, sagt Sabine Christ. Für die Jugendleiterkarte, die die Leitung braucht, sind zwei Schulungswochenenden nötig und für die Planung der Übungsstunden gibt es einen Musterübungsplan. Außerdem steht Sabine Christ für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Lohnend ist die Einführung einer Bambini-Feuerwehr für die Wehren auf jeden Fall, denn auch bei der Feuerwehr ist die Nachwuchsarbeit ein wichtiges Thema. 84 Jugendfeuerwehren gibt es im Kreis und aus den Bambini-Feuerwehren sind in den vergangenen Jahren mindestens 50 Kinder in die Jugendfeuerwehr gewechselt. Im Kreis gibt es in allen Verbandsgemeinden inzwischen Bambini-Feuerwehren, die Verbandsgemeinde Wittlich-Land ist mit elf von achtzehn am Stärksten vertreten. „Die Entwicklung geht weiter. In Karl gründet sich momentan eine Bambini Wehr, auch im Bereich Morbach wird man aktiv. Die Vorurteile, wie beispielsweise ,Wir machen doch hier keinen Kindergarten auf, nehmen ab, denn die Erfolge sprechen für sich“, ist sich Sabine Christ sicher.

Für die Kinder ist das Angebot auf jeden Fall ein Gewinn, denn sie lernen wie man sich im Notfall verhält, dass Feuer, Freund und Feind sein kann und wie man als Team zusammenarbeitet.