Seit 45 Jahren mit Freude dabei
Heidweiler · Seit 1969 ist Siegfried Schneider Ortsbürgermeister der Heckenlandgemeinde Heidweiler. Gute Aussichten also, um in fünf Jahren das Goldene Dienstjubiläum feiern zu können.
Heidweiler. Siegfried Schneider ist mit Leib und Seele Ortsbürgermeister. Und das seit inzwischen 45 Jahren, in denen er die 170 Bürger von Heidweiler stets hinter sich hatte. Einen Gegenkandidaten gab es in all den Jahren nie. Daher war Schneider (70) auch nun für eine weitere Amtsperiode bereit, als ihn der Ortsgemeinderat fragte und dann am 4. Juli wählte.
An Arbeit wird es ihm in den nächsten fünf Jahren nicht fehlen. Aktuell widmet sich die Gemeinde der Dorfinnenentwicklung. Sie kauft leer stehende alte Häuser, die sie teils abreißen lässt um so neben Neubaugebietsparzellen auch Bauland mitten im Ort anbieten zu können. Einige Grundstücke müssten sie immer vorhalten für Interessenten, die sonst anderenorts bauten, sagt Schneider. Weitere Dauerthemen im Ort sind Kiesabbau und Straßenschäden. Seit 20 Jahren kämpft die Gemeinde um eine zügigere Fahrbahnerneuerung in und um Heidweiler (der TV berichtete). Mit der geplanten Erneuerung der L 43 ist nun zumindest ein erster Teilerfolg in Sicht.
Schneider, bis vor fünf Jahren selbstständiger Landwirtschaftsmeister, kümmert sich gern um diese Dinge: "Das macht mir Spaß und wir haben ja ein gutes Verhältnis im Gemeinderat." All die Jahre hätten sie gut zusammengearbeitet. Daher ist er überzeugt, dass das im nun deutlich verjüngten sechsköpfigen Gremium nicht anders sein wird. Zumal ihm immer wichtig war, etwas mit dem Rat zu bewegen und Alleingänge zu vermeiden. Außerdem hat der inzwischen parteipolitisch kürzer tretende CDU-Mann nun mehr Zeit (siehe Extra). So war er etwa bis vor fünf Jahren oft als Erster Kreisbeigeordneter unterwegs. Nebenbei engagierte er sich mehr als 25 Jahre als Heckenland-Vorsitzender, einer Interessenvertretung von Arenrath, Bruch, Dodenburg, Dierscheid, Gladbach, Heidweiler und Niersbach. Manchmal frage er sich schon, wie er das alles so geschafft habe, räumt er ein. Doch nun will er "wirklich mal Ruhe haben" - vor allem für die Familie: seine Frau, den Sohn, der den Betrieb übernahm, und die Enkelinnen, zehn und drei Jahre alt.
Mit entscheidend für seine Freude am Ehrenamt ist die solide Finanzlage des schuldenfreien Dorfes. "Wir sind immer sparsam mit dem Geld umgegangen", weiß er die Einnahmen aus dem Gemeindewald, dem guten Rotwild-Jagdbezirk, der Gewerbesteuer und zweier Miethäuser zu schätzen. Ein Höhepunkt der Ortsgeschichte sei 1991 der zweite Platz auf Landesebene bei "Unser Dorf soll schöner werden" gewesen. Er krönte Investitionen mit teils hoher ehrenamtlicher Beteiligung der Bürger - so etwa dem Bau des Bürgersaals, in dem Vereine und Räte tagen, oder der Gemeindehalle mit Platz für 130 Gäste. Außerdem wurden Mitte der 1980er Jahre in allen Dorfstraßen neue Kanal- und Wasserleitungen verlegt und die Straßen erneuert. "Das war schon heftig", erinnert sich Schneider, der auch auf das jüngste Gemeindeprojekt stolz ist, den Anbau an das Feuerwehrgerätehaus. "Jetzt hat jeder Verein sein neues Gebäudes", lobt er das Engagement von Freizeitclub und Feuerwehr. urs
Extra
Siegfried Schneider ist seit 1969 Ortsbürgermeister von Heidweiler. Dem VG-Rat gehörte er fünf Jahre an. Von 1974 bis 2014 engagierte er sich im Kreistag, für den er nun nicht mehr kandidierte, und von 1994 bis 2009 als Erster Kreis-Beigeordneter. 45 Jahre saß er zudem im Aufsichtsrat der Volksbank Trier, die ihn kürzlich mit der Goldenen Ehrennadel des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes verabschiedete. Schneider zählt landesweit zu den dienstältesten Ortsbürgermeistern. Den Rekord hält ein seit 1963 amtierender Kollege aus Windhagen an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen ein. urs