Seit einem Vierteljahrhundert Ortsbürgermeister

Seit einem Vierteljahrhundert Ortsbürgermeister

Als Ortsbürgermeister von Rorodt hat Hermann Klein vieles auf den Weg bringen und auch realisieren können. Was ihn schmerzt, ist der Bevölkerungsrückgang in dem nur mehr rund 50 Bürger zählenden Ort.

Rorodt. (urs) Nicht nur in großen Gemeinden tut sich etwas. Auch kleinere Orte wie Rorodt reflektieren die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Ortsbürgermeister Hermann Klein, der kürzlich sein Silbernes Dienstjubiläum feierte, kann davon ein Lied singen. In den 25 Jahren, seit er die Geschicke des Dorfes lenkt, hat sich dort viel verändert (siehe Extra).

Zu den jüngeren Projekten zählen die Erneuerung der Ortsstraßen sowie die Sanierung des Glockenturms und der Gemeindescheune mit der noch genutzten Kelter. Endgültig abgeschlossen sind die Arbeiten in dem Gebäude, in das die Feuerwehr einziehen wird, noch nicht. Laut Klein fehlt noch eine Heizmöglichkeit, die er möglichst bald schaffen will. Denn der 61-jährige zweifache Vater ist stolz auf die engagierte Wehr, die das Dorf zusammenhält. Noch mehr freuen würde Klein, der die gute Zusammenarbeit mit Beigeordneten und Gemeinderat lobt, über eine Trendwende bei der demografischen Entwicklung. Die Zahl der Ro rodter sei seit 1974, als ihn die Liebe von Deuselbach nach Rorodt zog, von 96 auf 48 Personen gesunken. Dabei liege das Dorf relativ zentral. Als Beispiel nennt er die binnen weniger Minuten erreichbaren Arbeitsplätze in Morbach und Thalfang - "und man ist ruckzuck auf der Autobahn." Außerdem beweise der Ausbau von B 327 und B 50, dass sich auch in dieser Hinsicht etwas bewege.

Ein zweiter Wunsch des Ortsbürgermeisters, nach seinem Thalfanger Kollegen Franz-Josef Gasper der dienstälteste der Verbandsgemeinde, ist der schnellere Anschluss ans weltweite Datennetz (DSL) für Rorodt. Früher wäre eine flächendeckende Versorgung selbstverständlich gewesen. Ähnlich nachteilig habe sich die von knappen Kassen geprägte Zuschusspolitik entwickelt sowie der "Papierkram". Bei steigenden Anforderungen werde alles komplizierter und aufwendiger.

Als Hochbaupolier eines großen Bauunternehmens kennt er noch Zeiten, als sich alle Beteiligten an einen Tisch setzten, um etwas zu besprechen, was dann auch angepackt wurde. Heute hingegen müsse für jede Kleinigkeit immer erst die Rechtslage geprüft werden: "Wir verwalten uns kaputt."

EXTRA

Projekte: In Kleins Amtszeit fallen der Bau der Grillhütte, die Sanierung des Gemeindehauses - der ehemaligen Schule - und die Neugestaltung der dortigen Außenanlage. Außerdem legte die Gemeinde im Dorfmittelpunkt, wo einst die alte Schule stand, einen Brunnenplatz an. Als einer der ersten Orte der Verbandsgemeinde entschied sich Rorodt für ein Flurbereinigungsverfahren, das seit diesem Jahr abgeschlossen ist. Nebenbei erhielt das Dorf neue Wasserleitungen, ein Abwassertrennsystem und eine moderne Pflanzenkläranlage. Bei der Überreichung der Dank- und Ehrenurkunde an Klein, der 2005 mit der "Großen Ehrung" der Verbandsgemeinde ausgezeichnet wurde, würdigte Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo die "vielen persönlichen Verdienste" Kleins.