Sekt statt Selters

Am 31. Januar hat auch die Geschäftsstelle der Raiffeisenbank inBettenfeld völlig überraschend wegen "Unrentabilität"geschlossen. Ende Dezember 2002 war von der Fillialleiterin nochzu hören, dass mit einer Schließung nicht zu rechnen sei. Dassdie Geschäftsstelle allerdings immer bestehen bleibe, könne sienicht garantieren. Der letzte Öffnungstag am 31. Januar wurde nun von der Bank zum Anlass genommen, den Kunden Sekt auszuschenken. Als ich am Nachmittag die Geschäftsstelle aufsuchte, war ich darüber völlig überrascht. Für mich war dies wahrlich kein Anlass, Sekt zu kredenzen.

Mit der Schließung nach fast 100 Jahren verliert der Ort wieder etwas an Attraktivität. Erst im Jahre 1982 war es zur Fusion mit der Raiffeisenbank Wittlich gekommen.

Dass Ortsbürgermeister Zens die Schließung sogar befürwortet, ist mir völlig unverständlich, dies auch vor dem Hintergrund, dass sie ca. 30 Jahre von ihm geleitet wurde und somit sein Brötchengeber war.

Seine Aussage, dass die älteren Leute damit eher zurecht kommen als die Jüngeren, klingt ebenso lapidar wie unlogisch.

Am letzten Öffnungstag standen einige noch lange nach Geschäftsschluss in dem Gebäude in fröhlicher Sektrunde zusammen. Wenn man an diesem Tag Sprudel ausgeschenkt hätte, wäre dies bei mir noch auf Verständnis gestoßen.

Aber dieser Abschluss war wirklich unangepasst.

Hans-Peter Weiler

54533 Bettenfeld

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