Auslese Sekt von der Mosel, Schampus aus England

Reden wir übers Wetter. Über was denn sonst in diesen heißen Tagen. Die einen sprechen von der bevorstehenden Klimakatastrophe oder gar vom Weltuntergang, für andere sind es mal eben wieder einige brütend-heiße Sommertage.

Wie dem auch sei. Tatsache ist: Es ist in unseren Breiten wärmer geworden, und das hat langfristig Folgen für Bauern und Winzer. Womit wir beim Wein wären, genauer gesagt diesmal beim Sekt.

Guter Winzersekt, so wie die meisten ihn mögen, sollte frisch, leicht, säurebetont und nicht so schwer – das heißt nicht vom Alkohol geprägt – sein. Wer solche Sekte bevorzugt, greift gerne zu jungen Riesling- oder Elblingsekten von der Mosel, der Saar oder der Ruwer.

Es könnte schon sein, dass sich das Geschmacksbild der Sekte aus unserer Region aufgrund der Klimaerwärmung etwas verändert. Aber das dürfte kaum ins Gewicht fallen. Mehr Probleme werden wohl die Produzenten in den südlicheren Anbaugebieten bekommen, wo es noch wärmer ist – in der Pfalz oder Baden zum Beispiel. Dort werden gerne Sorten für die Sektherstellung verwendet, deren Trauben ohnehin wenig Säure mitbringen. Die Burgundersorten beispielsweise. Viel Alkohol, wenig Säure – das ist für einen erfrischenden Sekt nicht gerade die ideale Kombination.

Und schon machen sich die Champagner-Produzenten etwas Sorgen. In dem ein oder anderen Gourmet-Magazin ist zu lesen, in der Champagne sei es inzwischen zu warm für die Trauben. Champagnerwinzer würden sich bereits jenseits des Ärmelkanals im etwas kühleren Südengland nach Flächen umschauen. Dort sei die Bodenbeschaffenheit ähnlich wie in dem französischen Anbaugebiet.

Aber warten wir mal geduldig und entspannt ab: Bevor England zum Champagnerland wird, fließt noch viel Wasser die Mosel und Themse hinab – trotz Klimaerwärmung.

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