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Selbst die müden Helden helfen mit

Selbst die müden Helden helfen mit

MORBACH. (ks) Die Morbacher Kegler haben sich am Auftaktwochenende der Deutschen Meisterschaften der Scherenkegler nicht nur als perfekt organisierende Gastgeber präsentiert, sondern in der Baldenauhalle auch für einen sportlichen Paukenschlag gesorgt. Die Mannschaft der "Senioren A" holte sensationell den Titel.

"Die Nacht war viel zu kurz" - Als Haardtkopf-Kegler Friedhelm Stumm am Samstagmorgen um 9 Uhr in die Baldenauhalle kommt, um seinen "Bahndienst" für die Endkämpfe in der Mannschaftswertung der Herren- und Damen-Konkurrenz anzutreten, steckt ihm der fehlende Schlaf noch in den Gliedern. Doch der Grund für seine Müdigkeit ist mehr als erfreulich. Der Kegelsportverein (KSV) "Haardtkopf" Morbach richtet seit Freitag auf der neuen Acht-Bahnanlage in der Baldenauhalle die Deutschen Meisterschaft der Scherenkegler aus. Doch damit nicht genug: Zu der Freude über die Chance, Gastgeber für die nationale Kegel-Elite zu sein, gesellte sich bereits am Auftakttag der Jubel über einen sensationellen Erfolg. Die Morbacher Mannschaft der "Senioren A" sicherte sich am Freitag mit insgesamt 4866 Holz überraschend den Meistertitel. Und zu den "Helden" aus der Baldenauhalle gehört auch Friedhelm Stumm, der sich seit Freitag zusammen mit Heinz Ackermann, Alfred Mitscher, Jürgen Einloft, Günter Thörnich, Reinhold Rößler und Ersatzspieler Jürgen Eltges "deutscher Meister" nennen darf. "Auf einen Platz auf dem Treppchen hatten wir schon gehofft, aber dass wir am Ende ganz oben stehen, damit hat niemand gerechnet", freut sich auch KSV-Sportwart Alois Klein. Über 250 Starter aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Thüringen und dem Saarland lassen in der Baldenauhalle in den nächsten Tagen die Kugel rollen. Zu den Teilnehmern zählt auch Andreas Twardowski, der bereits am Mittwoch für einen Tag aus Salzgitter nach Morbach angereist war. "Für die tolle Landschaft bleibt überhaupt keine Zeit", sagt Twardowski. Denn weil er seinen Jahresurlaub schon verplant hat, musste er nach dem Training in der Baldenauhalle noch am selben Tag in seine Heimat zurückfahren, bevor er für seinen Wettkampf am Wochenende für einen Tag in den Hunsrück zurückgekehrt ist. Mehr Zeit zum Sight-Seeing hatte hingegen Josef Kaltenbach aus Bergisch-Gladbach, der am Wochenende die Mühlen rund um Morbach besichtigt hat. Er selbst sei zwar nicht mehr aktiv, doch seine früheren Mannschaftskollegen begleitet er nach wie vor. "So lernt man Land und Leute kennen", sagt Kaltenbach. Nach dem Auftaktwochenende ziehen der KSV-Vorsitzende Bernd Geiter und seine Frau Heidi, die die Organisation des Großereignisses koordinieren, Zwischenbilanz. "Bisher läuft alles nach Plan. Ob Gemeinde, Verkehrsamt oder unsere Mitglieder - hier in Morbach helfen alle vorbildlich mit, wenn es etwas für unseren Verein zu organisieren gibt", lobt Heidi Geiter. Zeit zum Zurücklehnen bleibt den "Haardtkopflern" aber nicht. Denn nach dem Auftakt mit den Mannschaftswettbewerben beginnt am Mittwoch, 28. Mai, die heiße Endphase der Deutschen Meisterschaften. Noch bis Sonntag, 1. Juni, werden täglich ab 9 Uhr in der Baldenauhalle die Meister im Einzel und im Paarkampf gesucht. Weiterer Bericht im Sportteil.