Selbstbewusst leben

Diese Worte habe ich in einer Wohlfühlzeitschrift entdeckt. Einzeln betrachtet wirken sie fad, zusammen schreiben sie einen Leitfaden für das Leben: "Selbstbewusst leben".

"Selbst": Ich bin es, der bestimmt. "Bewusst": Mit allem, was ich weiß, mit meinem Verstand und meinem Gewissen. Nicht willkürlich, sondern ganz bewusst in den Tag hinein gehen, mein Leben nach meinen Vorstellungen und Wünschen positiv gestalten. Dann bin ich zufrieden. Versuch und Irrtum sind nicht ausgeschlossen, eher hilfreich.
"Leben": Mir fällt ein Satz in der Bibel ein, den Jesus den Menschen mit auf ihren Lebensweg gibt: "Ich bin gekommen, damit sie das Leben in Fülle haben" (Joh 10).
Ein Leben in Fülle mit Höhen und Tiefen. Das bedeutet, achtsam zu sein, mit dem, was mir begegnet: Immer wieder Achtsamkeit einüben; auf die unscheinbaren Dinge achten, die Augen weit aufmachen, wahrnehmen mit allen Sinnen, spüren mit Leib und Seele. Die Sommer- und Ferienzeit lädt zu Achtsamkeitsübungen während des Tages ein, weil wir mehr freie Zeit haben als sonst.
Meinen Urlaub betrachte ich als eine geschenkte Zeit, um zu chillen und zu entschleunigen. Es ist eine von Gott geschenkte "Fülle", eben nicht selbstverständlich, aus der ich schöpfen und auftanken darf. Es sind die Spaziergänge in der Natur, es ist die Gartenarbeit oder einfach nur das Faulenzen auf der Terrasse oder dem Balkon und vieles mehr.
Wenn wir uns an den kleinen Dingen im Leben freuen und wieder ins Staunen geraten, wie ein kleines Kind, über den bunten Schmetterling, die Libelle, die gefräßige Schnecke am Wegesrand, dann erahnen wir, was selbstbewusstes, ja selbstbestimmtes Leben ist. Mir geht dann das Herz auf und ich danke Gott für meine Fülle des Lebens, die es mir beschert.
Vielleicht geht es Ihnen auch ein bisschen so?
Ich wünsche uns ein erfülltes Leben bis ins hohe Alter und eine erholsame Sommerzeit.

Monika Hartmann, Pastoralreferentin im Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich

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