Senioren freuen sich auf Hunde

TRABEN-TRARBACH. (red) Schüler der Martin-Luther-King-Schule in Wolf nehmen bei ihren Besuchen des Ida-Becker-Hauses in Traben-Trarbach in unterschiedlicher Form am Geschehen im Altenzentrum teil – jetzt auch mit Therapiehunden.

Seit einigen Jahren gibt es in der Martin-Luther-King-Schule das Angebot der tiergestützten Therapiebegleitung und der tiergestützten Pädagogik mit Pferden, aber auch mit speziell ausgebildeten Therapiebegleithunden. Martina Christoffel (Heimleitung), Elisabeth Hommes (Pflegedienstleitung) vom Ida-Becker-Haus und MLK-Schulleiter Manfred Schmitz haben nun gemeinsam mit Gerd Thiel, der mit diesen besonderen Hunden arbeitet und zudem MLK-Mitarbeiter ist, ein auf die Hundearbeit gestütztes Konzept für die Besuche im Altenheim entwickelt. MLK-Schüler besuchen nun regelmäßig mit den speziell ausgebildeten Therapiebegleithunden die Bewohner in ihren Wohngruppen oder bettlägerige Senioren in deren Zimmern. Bei diesen gesteuerten Spiel- und Begegnungsstunden werden die sozialen, emotionalen und motorischen Bereiche der Senioren und Schüler angesprochen. Die Senioren können sich dabei aktiv oder passiv verhalten. Durch die Besuche bilden sich neue Gefüge innerhalb der Wohngruppen, und durch den Einsatz der Schüler kommt es zu Gesprächen über Generationen hinweg, die allen Beteiligten positiv in Erinnerung bleiben und dafür sorgen, dass manche Bewohner des Ida-Becker-Hauses mittlerweile voller Freude auf Besuche der Schüler und der Tiere warten. Im Gespräch zwischen Senioren und Schülern dienen die Hunde als "Brücke" von Mensch zu Mensch. Es gibt keine Hemmschwelle zwischen Alt und Jung, die Gesprächsthemen spiegeln das Leben und die vielfältigen Erfahrungen der Senioren wieder und beeinflussen auch die Schüler, die sich die Teilnahme an diesem Projekt durch sehr gute schulische und soziale Leistungen in der Schule verdienen. Bei den Besuchen erfährt auch das Betreuungs- und Pflegepersonal des Ida-Becker-Hauses vieles von den Bewohnern, was es sonst vielleicht gar nicht oder nur schwer erfahren würde. Übungen der Grob- und Feinmotorik sowie das bewusste Erleben von Freude und Trauer sind nur Teilbereiche, die während der Besuche durch die Schüler und der Therapiebegleithunde möglich sind. Die drei im Evangelischen Altenzentrum eingesetzten Hunde gehören zu Gerd Thiels Team von "Therapiebegleitung auf vier Pfoten". Emma, die jüngste Hündin, ist sogar täglich an der Martin-Luther-King-Schule als Schulhund anzutreffen. Gerd Thiel ist neben seiner Arbeit in der Schule auch in ganz Deutschland unterwegs und betreut im Rahmen seiner tiergestützten Therapiebegleitung Kinder im Koma, Autisten, Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Erwachsene und Senioren und besucht viele Kindergärten und Altenheime. Das Konzept im Evangelischen Altenzentrum allerdings ist einmalig, und der bisherige Verlauf bestätigt die Macher darin, eine langfristige Zusammenarbeit der Martin-Luther-King-Schule und des Ida-Becker-Hauses daraus entstehen zu lassen.

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