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Seniorenheim in Landscheid: Leitung kontert Kritik

Seniorenheim in Landscheid: Leitung kontert Kritik

Ehemalige Mitarbeiter des Evergreen-Seniorenheims Landscheid bekräftigen Vorwürfe, die Angehörige von im Haus lebenden Senioren erhoben haben. Demnach soll es Fehler in der Medikamentenvergabe und in der Pflege geben. Die Einrichtungsleitung widerspricht dem. Laut der zuständigen Landesbehörde wird die Einrichtung weiterhin überprüft.

Fehler bei der Medikamentenvergabe, hohe Personalfluktuation, fehlende Einarbeitung der Mitarbeiter: Diese Mängel hatten Angehörige von Senioren bemängelt, die in der Evergreen-Einrichtung in Landscheid untergebracht waren. Während die Vorwürfe von der für die Prüfung der Senioreneinrichtungen zuständigen Landesbehörde in Trier teilweise bestätigt wurden, verwies die Einrichtung auf ihr Qualitätsmanagement und einen ausreichend hohen Personaleinsatz (der TV berichtete am 19. April).

Nach dem Erscheinen des Artikels haben sich ehemalige Mitarbeiter der Einrichtung beim TV gemeldet und die von den Angehörigen vorgetragenen Vorwürfe bekräftigt.

Die ehemaligen Mitarbeiter, die nicht namentlich genannt werden wollen, behaupten, dass die Bewohner nicht adäquat versorgt werden können, weil neue Mitarbeiter nicht ausreichend eingearbeitet würden und direkt selbstständig in die Pflege eingebunden würden. Eine Übergabe, welcher Pflegebedürftige welche Medikamente in welcher Dosis bekomme, gebe es zum Beispiel nicht. "Es gibt keine Einarbeitung, keine Ablaufpläne", sagen sie. Dadurch sei es bereits zu einer fehlerhaften Medikamentenvergabe gekommen.

Das bestätigt auch eine weitere Altenpflegerin, die nach eigener Aussage nach wenigen Tagen die Einrichtung in Landscheid verlassen hat. Sie habe von Beginn an ausschließlich mit Praktikanten oder Auszubildenden eine Station alleine versorgen müssen, ohne eingearbeitet zu sein.

Diesen Vorwürfen widersprechen Einrichtungsleiterin Brigitte Heuer und Patricia Graupner, die als Qualitätsmanagerin bei der Korian-Gruppe für die Region Mitte zuständig ist: "Neue Mitarbeiter werden von der Pflegedienstleitung oder der Qualitätsbeauftragten in einen strukturierten Arbeitsablauf eingeführt. Sie bekommen ein Handbuch und werden in einer Sechs-Wochen-Planung eingearbeitet." Zudem unterschreibe jeder Mitarbeiter nach der Sechs-Wochen-Phase die Vollständigkeit der Einarbeitung. Und: "Wenn jemand sich nicht sicher fühlt, kann er uns das jederzeit mitteilen. Bei uns muss auch niemand alleine arbeiten, auch nicht in der Nachtschicht." Im Laufe der vergangenen Monate seien zudem ehemalige Mitarbeiter zurückgekehrt, um wieder in der Einrichtung zu arbeiten.

Den Team-Zusammenhalt lobt auch eine der Ex-Angestellten: "Das Haus ist schön, hell und neu", sagt sie, zudem sei es freundlich gestaltet. Und das Team halte gut zusammen, "jeder versucht, sein Bestes zu geben".

Das bestätigen auch Bewohner des Heims. Elfriede Bohr teilte über die Einrichtungsleitung mit: "Ich fühle mich hier im Haus wohl und bin zufrieden, auch wenn das Essen nicht immer so ist, wie wenn ich gekocht habe. Als ich letztlich auf einer Feier war und wieder ins Evergreen zurück wollte, habe ich sogar gesagt: ,Könnt ihr mich bitte nach Hause fahren?'"

Dem stimmt auch Reimund Junk zu: "Wir fühlen uns hier sehr wohl und wollen unseren Lebensabend in Ruhe und Frieden verbringen, und so denken viele. Ständig werden wir auf den Zeitungsartikel angesprochen und überhaupt: Die, die so etwas behaupten, sollen ihren Namen nennen und das nicht anonym machen."