Seniorenheim-Pläne geraten ins Stocken

Neumagen-Dhron/Piesport · Die Pläne für den Bau von Seniorenheimen in Neumagen-Dhron und Piesport sind ins Stocken geraten. In Neumagen-Dhron ist die Unterzeichnung der Notarverträge gescheitert, in Piesport müssen wegen Bedenken von Bürgern Gutachten erstellt werden.

Neumagen-Dhron/Piesport. Die Pläne für ein Altenheim, das in Neumagen eine durch Abriss entstandene Baulücke geschlossen hätte, sind vom Tisch. Projektentwickler und Grundstückseigentümer wurden sich nicht einig. Wie berichtet, schien mit dem Abriss alter Weingutshallen ein optimales Areal für ein Alten- und Pflegeheim mit betreutem Wohnen gefunden zu sein. Das in einer Anliegerversammlung vorgestellte 6,5-Millionen-Euro-Konzept sah einen Neubau und das Einbinden des denkmalgeschützten Hotel-Restaurants Fröhlicher Steuermann als Wohnanlage vor. Etwa 60 Pflegeheimplätze und bis zu elf Wohnungen sowie 20 bis 30 Vollzeitstellen sollten entstehen.
Laut Ortsbürgermeister Willi Herres bemüht sich die Gemeinde darum, ein ähnliches Projekt anderorts zu realisieren. Es gebe bereits Gespräche mit interessierten Investoren und Grundstückseigentümern. Das Scheitern der Kaufverhandlungen sei ärgerlich. Denn von den Bürgern habe es nur positive Resonanz gegeben, und die Vertragspartner hätten noch bei der Versammlung signalisiert, sich im Wesentlichen einig zu sein.
Dass der Vertrag nun doch nicht unterzeichnet wurde, begründet Projektentwickler Ulrich Krämer mit Eigentümerwünschen und nennt eine geforderte Rücktrittsmöglichkeit bis zum 31. Dezember 2011, falls die Arbeiten nicht bis dahin angelaufen sind. Das habe er aber nicht zusichern können, weil das vom Eingang der Baugenehmigung abhänge. Die beiden wichtigsten Eigentümer möchten dazu nichts Näheres sagen. Stephan Grüner gehört das Abrissgrundstück, Anja Steinbach der Fröhliche Steuermann. Sie verweisen auf "Unklarheiten im Vertrag", die nicht zufriedenstellend hätten geklärt werden können.
Auch in Piesport bereitet das geplante Seniorenheim (80 bis 90 Betten, 70 Arbeitspätze) Sorgen. Die entsprechende Änderung des Bebauungsplanes wurde vertagt. Laut Ortsbürgermeister Karl-Heinz Knodt hat eine Familie, die nicht genannt werden möchte, im Rahmen der Planoffenlage Bedenken angemeldet. Daher wurden Umwelt-, Verkehrs- und Lärmgutachten beauftragt, worauf im Interesse einer schnellen Realisierung verzichtet werden sollte. Die Bedenken richten sich gegen den Bau wie das Vorhaben an sich: Das Gebäude füge sich in Art und Nutzung nicht in die Umgebung ein, sehe zu wenige Parkplätze vor und werde die Anwohner belasten und ihre Gründstücke entwerten. Eine ebenfalls genannte Unterschriftenliste liegt weder der Gemeinde noch der Verbandsgemeinde vor. Befürworter des Sieben-Millionen-Projekts beziehen hingegen Position. Jens Hardt, Juniorchef des benacbarten Hotel-Restaurants Weingarten, schreckt es nicht, künftig von der Terrasse auf das Altenheim zu sehen. Es sei zu begrüßen, dass die Gemeinde sich dafür einsetze, solche Projekte ins Dorf zu holen. Anwohner Horst Zimmermann sieht das genauso: "Ich habe nichts gegen ein Altenheim - im Gegenteil: Das wird doch dann optisch schöner." urs