Seppis Glückskreisel und das Morbacher Trömmelchen

Seppis Glückskreisel und das Morbacher Trömmelchen

THALFANG./MORBACH. Bei trockenem Wetter, aber deutlich kühleren Temperaturen als am Sonntag sahen Tausende von Zuschauern am Rosenmontag die zahlreichen Züge im Hunsrück. In den Mittelpunkt-Orten Morbach und Thalfang waren allein Hunderte von Aktiven auf originellen Motivwagen oder als bunt kostümierte Fußgruppen unterwegs.

Erstmals segelte das Narrenschiff der Thalfanger Karnevals gesellschaft "Spetzbouwe" mit den anderen 39 Zugnummern vorbei an mehr als 1500 Zuschauern in die Thalfanger Ortsmitte herunter. Und das aus gutem Grund: Denn die Karnevalsgesellschaft hatte später die Federführung beim krönenden Abschluss in der Thalfanger Festhalle. Das Schiff nahm pünktlich volle Fahrt auf. In seinem Schlepptau hatte es Hunderte von Aktiven aus Thalfang, aber auch aus der gesamten Verbandsgemeinde. Allein die Tallinger waren mit karnevalistisch korrekten 44 Männern und Frauen unterwegs und hatten die Motive der vergangenen Jahre erneut aufgegriffen.Thalfanger EC-Automat

Sie schliefen in einem echten "Himmelbett" den Schlaf der Gerechten und führten Himmlisches und Teuflisches im Schilde. Doch auch die Thalfanger ließen sich nicht lumpen. Sie nahmen lokalpolitische Ereignisse wie den verschwundenen EC-Automaten sowie den geplanten Kreisverkehr als"Seppis Glückskreisel" auf die Schippe und servierten Problemlösungen à la Thalfang. Ihre Tollitäten Meike I. und Oliver I. grüßten als selbst ernanntes Prinzenpaar. Und die Märker Señoritas hatten kurzerhand einen Gewerbeverein gegründet.

Das Trömmelchen, mit dem die Morbacher "Dilldappen" um die Rettung des Rosenmontagszuges gebimmelt hatten, wurde gehört. 19 Wagen, sieben Fußgruppen plus die Musikvereine Morbach und Morscheid schlängelten sich durch den Ort. Und das erstmals zum Abschluss rund um die Kirche.Monster machen in Morbach Liegestützen

Dem schwankenden Flaggschiff aus dem Partnerort Pont-sur-Yonne schlossen sich gleich drei Formationen des Turnvereins an. Auch die Feuerwehr sprang klaglos in die Bresche und wagte sich mit einem historischen Benz hoch hinaus. Rund 30 "Morbach Monsters" quälten sich für den Umzug per Dauer-Liegestütz ab. Weit weniger schweißtreibend ging es im historischen Dorfladen ab, einer Wagenbau-Premiere des Gewerbe- und Verkehrsvereins. Die Züge und das anschließende närrische Treiben verliefen laut Polizei bis zum Redaktionsschluss ohne Zwischenfälle.

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