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Shakespeare-Open-Air: Trierer Theater erklimmt Erbeskopf

 Puck der Kobold (Barbara Ullmann) aus Shakespeares Ein Sommernachtstraum. Im Juli wird Puck auch am Erbeskopf zu sehen sein.
Puck der Kobold (Barbara Ullmann) aus Shakespeares Ein Sommernachtstraum. Im Juli wird Puck auch am Erbeskopf zu sehen sein. FOTO: Friedemann Vetter
Erbeskopf. Es wird ein Open-Air-Event der Extraklasse: Im Rahmen des „Euro-Umwelt-Festivals“ gastiert das Theater Trier im Hunsrück. Das Hunsrückhaus am Erbeskopf bietet zudem Umwelt-Bildungs-Aktionen. Claudia Szellas

Noch können Besucher des schneebedeckten Erbes-kopfs nur vom Sommer träumen. Doch er kommt bestimmt und dann will das Hunsrückhaus mit dem "Euro-Umwelt-Festival" drei Tage lang kleine und große Besucher anlocken.

Höhepunkt dieser drei Tage ist die Open-Air-Aufführung der Shakespeare-Komödie "Ein Sommernachtstraum" des Trierer Theaters. Die Trierer waren mit der Schauspiel-Übersetzung von Heinz Rudolf Kunze bereits auf Gastspielreisen in benachbarten Bundesländern.

Nun kommen sie in den Hunsrück. Der Trierer Intendant Gerhard Weber freut sich schon. Er sagt: "Der Erbeskopf als Ort ist ein Reiz der besonderen Art." Diese außergewöhnliche Kulisse mit den Hügeln und dem Wald im Hintergrund sei nahezu perfekt für das Shakespeare-Stück.

Der vor 1600 uraufgeführte "Sommernachtstraum" des Engländers ist das Meistgespielte aus seiner Feder. Der Klassiker spielt in Athen - und einem Wald.

14 Schauspieler gehören zum Ensemble, das am Freitag, 12. Juli, abends und am Sonntag, 14. Juli, nachmittags das Stück unter freiem Himmel aufführen wird. Die Theaterleute wollen laut Weber mit möglichst wenigen Bühnenelementen auf dem Erbeskopf auskommen und in der Hauptsache aus der Natur heraus spielen, in der sich die Elfen so richtig tummeln können. Wie sich das genau gestalten wird, das müssen die Verantwortlichen noch bei einem weiteren Besichtigungstermin im April vor Ort besprechen.

Technisch werde man sich auf das Nötigste beschränken, so Weber weiter. Dafür aber sei die Kostümierung der Darsteller umso imposanter. Das "Euro-Umwelt-Festival" ist Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz, einer Veranstaltungsreihe, die die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur finanziert, um das Angebot des Landes besser als bisher in das Bewusstsein der Bürger zu rücken.

"Wir organisieren außer dem ,Sommernachtstraum' zahlreiche Veranstaltungen, Workshops, Exkursionen und haben auch für die Kleinsten einiges in der freien Natur zu bieten", sagt Almuth Brandstetter, Leiterin des Hunsrückhauses. Mit einem Programm rund um Kunst und Kultur, das man momentan in den Einzelheiten festzurre, wolle man den Gästen das Thema Natur und deren nachhaltige Entwicklung ans Herz legen.
Zuschuss von 15 000 Euro

Möglichst viele Organisationen aus der Region und auch den Nachbarländern wie Belgien, Luxemburg und dem Saarland sollen ihr Bildungsangebot dazu möglichst praxisnah präsentieren.

Josef Adams, in der Thalfanger Verwaltung für den Bereich Organisation und Finanzen zuständig, sieht dem Festival ebenfalls mit Spannung entgegen: "Umweltbildung ist ein wichtiger Punkt. Wir freuen uns sehr, dass wir in Sachen Aufenthaltsqualität hier mit dem Theater einen Höhepunkt setzen werden." Vieles sei nun, nachdem ein Zuschuss von 15.000 Euro seitens des Kultursommers zugesichert sei, in seinen Feinheiten abzustimmen. Was Adams auf jeden Fall schon einmal verraten kann: "Für beide Theatertage werden wir wohl eine Bestuhlung von etwa 200 Plätzen schaffen können.

An der Hangfläche gibt es zudem noch die Möglichkeit für etwa 100 Personen, sich auf die Wiese zu setzen und zuzuschauen." Picknick mit Shakespeare in der einzigartigen Kulisse des 816 Meter hohen Erbeskopfs - das wird sicherlich ein besonderes Erlebnis.

Das Euro-Umwelt-Festival findet vom 12. bis zum 14. Juli rund um das Hunsrückhaus am Erbeskopf statt. Höhepunkt des Festivals sind die beiden Aufführungen von Shakespeares "Sommernachtstraum" des Theaters Trier am 12. und 14. Juli unter freiem Himmel.