Sicher – einfach – schön

WITTLICH-WENGEROHR. Die Zeiten der Dorfschlosserei sind vorbei. Lehnen Edelstahl produziert heute hauptsächlich therapeutische Hilfsmittel, die aber optisch so ansprechend sind, dass sie jetzt einen renommierten Designerpreis erhielten.

In Longkamp hat alles klein angefangen. 1961 vom Vater als Dorfschlosserei und Landmaschinen-Reparaturbetrieb gegründet, ist das Unternehmen rasch den Kinderschuhen entwachsen und produziert seit Mitte der 70er Jahre therapeutische Hilfsmittel, die das Leben im Alter oder bei körperlichen Behinderungen sicherer machen: Handläufe, Stützgriffe, Duschsitze und Klappspiegel, das Ganze eingebettet in optisch ansprechende Gesamtprogramme und unter Berücksichtigung einer möglichst einfachen Handhabung im Alltag. Dieses wachsende Marktsegment hat die Firma kontinuierlich erobert. 1994 übernahm Alois Lehnen die Geschäftsführung, auch er ein gelernter Metallbauer mit Meisterprüfung, der sich stetig weiterbildet. 1998 baute er ins Industriegebiet Wengerohr in die direkte Nachbarschaft zu Dr. Oetker. Seitdem firmiert das Unternehmen als Lehnen Edelstahl. Schwester Monika Stroh ist verantwortlich für das Marketing. Auf 2000 Quadratmetern Produktionsfläche und 500 Quadratmetern für die Verwaltung dreht sich bei 45 Mitarbeitern, zu denen stets auch fünf Auszubildende zählen, alles rund um das barrierefreie Wohnen. "Unser Hauptkunde ist der sanitäre Großhandel", erläutert Alois Lehnen. Über den laufen auch die beiden Badserien "Funktion" und "Evolution": Erstere hat sich seit den 70er Jahren in stets aktualisierter Version bei der Kundschaft bewährt, mit letzterer gewann die Firma soeben den "red dot Design-Award 2005", den das Design Zentrum Nordrhein-Westfalen in Essen vergibt. Dort hatten sie sich im internationalen Vergleich beworben. Für den Design-Preis der Bundesrepublik Deutschland gelten andere Regeln: Hier wird man nominiert, und auch hier stehen sie auf der Liste. "Wir sind sehr stolz darauf", verraten die Geschwister aus Longkamp.Präsentation auf internationalen Messen

Eineinhalb Jahre hat Alois Lehnen gemeinsam mit dem Münchner Designer Stefan Brodbeck in die Entwicklung dieser Serie für das barrierefreie Bad gesteckt. Viel Zeit und Geld, das nun wieder hereinkommen muss. Unermüdlich präsentiert sich die Geschäftsführung darum auf nationalen und internationalen Messen. Lehnen spricht von einem absolut positiven Feedback. Die demografische Entwicklung sorgt dafür, dass Deutschland und der gesamte Westen Europas in einem Vierteljahrhundert die älteste Gesellschaft der Welt sein werden. Doch Lehnen Edelstahl streckt seine Fühler nicht nur EU-weit aus. Mittel- und Osteuropa heißt in dieser Sparte der eine zukunftsträchtige Markt, die arabische Welt der andere. Der erst 39-jährige Lehnen bietet seine Produkte verstärkt in den Emiraten, in Kuwait und Saudi-Arabien an, wo nach seiner persönlichen Erfahrung die Zeile "made in germany" noch als Gütesiegel gilt. Den Geschwistern macht ihre Arbeit nach wie vor Freude. Die Ausschreibungen für die neue Serie "Evolution" sind gut angelaufen: Man darf gespannt sein, was die Juroren des Design-Preises der Bundesrepublik dazu sagen.