Sie alle machen Ostern

Das perfekte Versteck für die Ostereier ist ja schon mal was. Aber zu einem schönen Osterfest gehört noch viel mehr: alte Bräuche, traditionelle Gerichte und bunter Schmuck. Wie Osterkerzen hergestellt werden, wer noch Osterlämmchen nach altem Familienrezept backt und wo aus Ostereiern Kunst wird - das will der TV von Ostermachern in der Region wissen.

Was wäre Ostern ohne Eier? Die gibt's, und zwar in der Bio-Version, auf dem Hof von Landwirt Paul Brandsma. "Meine Hühner sind gut eingespielt auf Ostern", sagt er. Müssen sie auch: Die Nachfrage verdoppele sich fast in diesen Tagen, erklärt Brandsma. Die Bio-Eier verkauft er im eigenen Hofladen in Wittlich - eins für 40 Cent. Bis zu 380 Eier legen seine Hühner am Tag. Damit die sich wohlfühlen, hat Brandsma zwei mobile Hühner ställe angeschafft. Damit werden die Tiere in Freilandhaltung alle zwei Wochen auf eine neue Wiese gefahren.

Kunterbunt darf es an Ostern sein, sagt Claudia Lange vom Obst- und Gartenbauverein Daun. "Denn an Ostern verabschieden wir den trostlosen Winter." Mit allem, was derzeit blühe - von roten Tulpen, gelben Narzissen, weißen Kätzchen bis zu Primelchen, Maßliebchen und Kirschblütenzweigen - könne man einen Blumenstrauß oder ein Ostergesteck ausstatten. "Man kann das mit Moos abdecken oder Osterhasen und Ostereier auf einem Stiel dazustecken." Was sie am schönsten findet: "Ganz viele Tulpen in einer Kugelvase - das sieht fantastisch aus."

Viele zieht es an diesen Tagen raus in die Natur - zum Beispiel für einen Osterspaziergang. Uschi Regh von der Eifel Tourismus GmbH in Prüm hat Tipps für Familien: Zu empfehlen sei eine Wanderung durch das Bolsdorfer Tälchen und ein Besuch des Barfußpfades in der Freizeitanlage bei Hillesheim oder eine Rundtour um den Bitburger Stausee - "mit einem unvergesslichen Blick von der Staumauer und einer besonderen Attraktion: die große Fontäne in der Mitte des Sees".

Schäfer Markus Dietz zieht mit seiner Herde, die 800 Schafe zählt, fast das ganze Jahr über durch die Eifel: er ist rund um sein Heimatdorf Landscheid unterwegs, aber auch bei Meerfeld und Bettenfeld. Jetzt hat er alle Hände voll zu tun: Jeden Tag werden kleine Lämmer geboren. Die Neugeborenen sind aber keine sogenannten Osterlämmer - die erblickten bereits im Winter das Licht der Welt. Zu den Feiertagen haben sie ein Gewicht von etwa 20 Kilogramm erreicht. Etwa 30 Osterlämmer hat Dietz an Händler verkauft. "Damit ist dann auch für das Osterfleisch gesorgt."
Osterlämmchen gibt es auch auf dem Frühstückstisch. Adelheid Epper, Vorsitzende der Bitburger Landfrauen, hat die süße Kuchenversion früher jahrelang mit ihren zwei Söhnen gebacken. Das Rezept sei einfach, erklärt sie: Der Rührteig, unter anderem aus Butter, Zucker, Eiern und gemahlenen Nüssen, wird in einer Lammform gebacken. "Der Kuchen kann dann mit Puderzucker bestäubt oder mit einem Guss überzogen werden - so bleibt er länger frisch." Epper hat dem Osterlämmchen immer ein rotes Bändchen mit Glöckchen um den Hals gehängt. "Man kann auch zwei Rosinen als Augen nehmen, das sieht süß aus." Enkelkinder hat Epper noch nicht. Aber wenn es soweit ist, "geht\'s weiter mit der Familientradition".

An Ostern feiert die Kirche die Auferstehung von Jesus - symbolisiert durch das Licht der Osterkerze. Solche Kerzen stellt Wachsziehermeister Michael Moll aus Manderscheid her. Auch wenn Kirchenkerzen nicht sein Hauptgeschäft sind, ist höchste handwerkliche Qualität gefordert: "Da gibt es feste Vorschriften, die mit der Liturgie zusammenhängen", erklärt er. "Ich muss mich mehr als sonst bei der Arbeit an Regeln halten." So müssen bestimmte Verzierungen, wie das Alpha und das Omega, auf der Kerze angebracht werden. Auch ein bestimmter Bienenwachsgehalt ist vorgeschrieben.

Ilona Klawitter aus Burgen bemalt seit 25 Jahren Eier - mit Pinsel und Ölfarben oder Feder und Tusche. Zudem stellt sie plastische Reliefs mit Modelliermasse her. Manchmal verarbeitet sie auch ein ausgebrochenes Ei als Rahmen für eine Figur. Je nach Aufwand ist sie von einer Stunde bis zu einem Tag mit einem Ei beschäftigt. Früher habe sie Hühnereier genommen, erzählt sie, mittlerweile benutze sie überwiegend Gänseeier - "die sind haltbarer" -, aber auch Straußeneier. Ihre Motive: Tiere, Porträts, Blumen, Madonnen, oder die Kreuzigung.

Exklusiv für den TV hat Martin Kucher von Kucher's Landhotel in Darscheid ein Ostermenü zusammengestellt. Der Sternekoch sagt: "Das Rezept kann jeder nachkochen. Es enthält regionale Produkte aus der Eifel, schmeckt super lecker und macht Lust auf Ostern." Auf den Tisch kommen Spargelsalat mit Rucola, Osterei, Eifel-Muffin und Gänseblümchen, gebratene Eifel-Lamm-Nüßchen mit Bärlauchsauce, kleine Brezelknödel und Radieschengemüse und Nugat-Eierlikör Panna-Cotta mit Grand Marnier Erdbeeren und Rhabarber.

Das komplette Rezept:
volksfreund.de/ostermenue