Sie geben der Wallfahrt ein Gesicht
Wittlich/Trier · 500 Jahre nach der ersten Heilig-Rock-Wallfahrt wird die Tunika vom 13. April bis 13. Mai 2012 im Trierer Dom ausgestellt. Hunderttausende Menschen aus aller Welt werden erwartet. Das Bistum ruft zur tatkräftigen Mitarbeit während der Wallfahrtswochen auf. 2500 Freiwillige sollen dabei helfen.
Wittlich/Trier. "Das ist eine tolle Sache, die ich unterstützen will", sagt Manfred Kremer aus Spangdahlem beim Info-Abend im Jugendzentrum St. Bernhard. In welchem Bereich der 70-Jährige bei der Wallfahrt helfen wird, ist noch offen: "Ich spreche Englisch und könnte mir eine Sprachenbegleitung von Pilgern vorstellen". Hans-Werner Tonner und Thomas Theis vom Wallfahrtsbüro, freuen sich darüber, dass sich bereits 1200 Ehrenamtliche gemeldet haben. In insgesamt elf Info-Veranstaltungen innerhalb des Bistums erläutern sie den künftigen Helfern die Aufgaben in den ganz unterschiedlichen Einsatzbereichen. "Der persönliche Kontakt zu den Pilgern, die als Einzelpersonen oder in Gruppen nach Trier kommen, ist sehr wichtig", erläutern Tonner und Thomas. Die Helfer geben als Ansprechpartner vor Ort der Wallfahrt ein menschliches Gesicht.
Mitmachen kann jeder ab 18 Jahren. In Helfergruppen können auch 16-Jährige mitwirken, wenn die Gruppenleiter volljährig sind. 2500 werden mindestens benötigt, davon sind dann jeweils rund 400 täglich im Einsatz. Es wird keine Prüfung verlangt, Einführungs- und Schulungsmaßnahmen bereiten dagegen die Helfer auf ihre vielfältigen Aufgaben vor.
Den Ehrenamtlichen entstehen keinerlei Kosten, VRT-Ticket, Versicherungsschutz, Verpflegung und Unterbringung bei mehrtägigem Einsatz sind inbegriffen. Die Helfer müssen von den Pilgern auf Anhieb als solche erkannt werden, dafür sorgen einheitliche Jacken und Umhängetaschen.
"Ich freue mich schon darauf, aktiv mithelfen zu können", sagt die 66-jährige Gerda Hein aus Wintrich. Hans-Günther Ludwig aus Wittlich war schon 1996 im damaligen Leitungsteam dabei. Zusammen mit seiner Ehefrau Gisela will er sich erneut engagieren. "Man wächst mit den Aufgaben, man spürt das große Potenzial, das in einem steckt", versichert er. Auf die Frage, was denn der schönste Lohn für die Freiwilligen sei, kennt er nur eine Antwort: "Das sind die unendlich vielen Dankesworte von Pilgern aller Nationen". mbl
Mehr Infos zur freiwilligen Mitarbeit unter Telefon 0651-7105884 sowie unter www.heilig-rock-wallfahrt.de/helfen
Extra
Anlass für die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 ist ein historisches Datum. Im Jahre 1512 weilte Kaiser Maximilian I. zu einem Reichstag in Trier. Auf sein Drängen hin wurde der Heilige Rock aus dem Hochaltar des Domes entnommen, wo er bis dahin verborgen war. Der Überlieferung nach brachte einst Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, das ungeteilte Gewand Christi nach Trier, dessen Echtheit sich aber weder mit historischen noch naturwissenschaftlichen Methoden beweisen lässt. Als die Menschen vom Wunsch Maximilians hörten, erstritten sie sich die erste Wallfahrt. . mbl