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"Sie teilen alles, und sie laden gerne ein"

"Sie teilen alles, und sie laden gerne ein"

Am Freitag ist der Weltgebetstag der Frauen. Und mit Papua-Neuguinea steht dabei ein Land im Mittelpunkt, das sich nicht unbedingt im Fokus der Weltöffentlichkeit befindet.

Traben-Trarbach/Sohren. (dju) Die Bibeltexte, die Gebete und die Liturgie für die Gottesdienste, die in ökumenischer Verbundenheit von katholischen und evangelischen Christinnen überall auf dem Hunsrück und an der Mosel gefeiert werden, stammen von Frauen aus Papua-Neuguinea. Und sie sollen zeigen, wie ganz unterschiedliche Menschen durch Christus miteinander verbunden sind.

"Die Frauen aus diesem Land beschenken uns mit Gebeten, Liedern und einer spannenden neuen Sicht auf die biblische Geschichte", so die evangelische Pfarrerin Anne Winkler-Nehls (Sohren) bei einem Studientag zur Vorbereitung des Weltgebetstages in Simmern. Das Motto des diesjährigen Weltgebetstages lautet: "Viel sind wir, doch eins in Christus."

Dass dieses Motto viel mit Papua-Neuguinea zu tun hat, zeigte Elisabeth Jäger. Die Presbyterin aus Traben-Trarbach war mehrmals in dem Land, ihr Sohn ist dort als Pfarrer tätig. Und sie schilderte lebendig und eindrucksvoll das Leben in dem Inselstaat nördlich von Australien mit seinen mehr als 600 Inseln, deren Nordhälfte bis zum Ersten Weltkrieg auch deutsche Kolonie war. "Dieses bevölkerungs- und ressourcenreiche Land im Südpazifik verfügt nicht nur über vielfältige Landschaften, sondern auch über die fast unglaubliche Fülle von über 800 gesprochenen Sprachen und vielen Volksgruppen", so Elisabeth Jäger. Und sie machte deutlich: "Die Menschen in Papua-Neuguinea sind sehr gastfreundlich. Sie teilen alles, und sie laden gerne ein."

Interessiert und begeistert hörten die Frauen den Erzählungen der Traben-Trarbacherin zu, stellten Nachfragen und informierten sich so über das Land, das im Mittelpunkt des Gottesdienstes am 6. März stehen wird. Elisabeth Jäger hatte landestypische Produkte mitgebracht, und gemeinsam wurden auch Lieder in der gängigen Landessprache, dem Wantok-Englisch, gesungen. Für die Frauen vom Hunsrück und von der Mosel sicher eine gute Einstimmung auf den Weltgebetstag. "Wir wollten auf unseren Studientagen versuchen, Papua-Neuguinea unter den verschiedensten Gesichtspunkten zu erkunden", so Pastoralreferentin Christel Kewes (Simmern).

Seit mehr als 80 Jahren wird traditionell am ersten Freitag im März von Christinnen verschiedener Konfessionen auf der ganzen Welt der Weltgebetstag der Frauen gefeiert. Die Gottesdienste sollen dabei das Verständnis für Menschen aus anderen Kulturen und das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Christen stärken. Deutsche Christinnen beteiligen sich seit 1949 an dieser Basisbewegung von Frauen. Seit den 1960er Jahren steht meist ein einzelnes Land im Mittelpunkt des Gebetstages, wobei Frauen aus diesem Land Gebete und Lieder für die weltweiten Gottesdienste auswählen.