Singen mit dem Startenor

Ungewohnte Klänge konnten am Samstagabend in der Abteikirche in Himmerod rund 300 Zuhörer genießen. Tenor Thomas Kiessling und der Chor "Contrapunto" präsentierten ein Konzert mit Gospels und Spirituals. Der Erlös des Benefizkonzertes kommt der Abtei zugute.

Himmerod. (rh) Opernsänger Thomas Kiessling, geboren in Trier, ist in den anerkanntesten Musikhäusern der Welt zu Hause. Am Samstag gastierte er in Himmerod. Dort präsentierte er mit Klaus-Peter Bungert am Klavier und dem Chor "Contrapunto" eine andere Facette seines Schaffens.

Abseits von Oper und Operette widmete sich der Tenor der mitreissenden Musik der Gospels und Spirituals. Er intonierte sie mit Herzblut und fantastischer Stimme. "Neben einigen besonderen, vielleicht weniger bekannten Stücken singe ich auch solche, die Sie nach wenigen Takten erkennen. Ich lade Sie gerne zum Mitsingen und Klatschen ein", forderte Thomas Kiessling sein Publikum auf. Mitgestaltet wurde das Konzert von dem Trierer Ensemble "Contrapunto" mit seinem Dirigenten Dominikus Ascher. Die fantastischen Stimmen hatten nur einen Gegner: Der enorme Halleffekt im historischen Kirchenschiff. "Diese Kirche hat einen Nachklang von sechs Sekunden. Bis meine Stimme oben an der Orgel ankam, war der Organist schon vier Takte weiter. Nach drei Stunden Proben haben wir es aufgegeben, mit der Orgel zu begleiten. Wir arbeiten deshalb mit dem Klavier hier unten", erklärte Kiessling. Dennoch: Ein Konzert, das die Zuhörer begeisterte und der Abtei eine nennenswerte Zuwendung brachte.