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"Singt ein laut-fröhliches Halleluja!"

"Singt ein laut-fröhliches Halleluja!"

Der amerikanische Chor "The Very Best of Black Gospel" hat 450 Zuschauer in die Traben-Trarbacher Kirche St. Nikolaus gelockt. Die Besucher zeigten sich begeistert von den Leistungen der Musiker.

Traben-Trarbach. In der Traben-Trarbacher Kirche St. Nikolaus, wo sich sonst Gläubige zum andächtigen Gebet niederlassen, herrschte am Neujahrstag ausgelassene Stimmung. Denn der amerikanische Gospelchor The Very Best of Black Gospel gastierte in der Moselstadt.
450 Zuschauer füllten die Kirche bis auf den letzten Platz. "Wir hätten noch mehr Karten verkaufen können", sagte der Traben-Trarbacher Tourismuschef Matthias Holzmann.
Den neun Musikern und Sängern gelang es ab dem ersten Moment, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Der Chor sorgte dabei weniger für ein Konzert als für eine Gospelparty, an der sich nahezu alle Besucher in der Kirche beteiligten.
Aufstehen, klatschen, singen, immer wieder forderte Chorleiter Gregory Kelly die Zuschauer zum Mitmachen auf, fragte immer wieder "Are You happy?" (aus dem Englischen übersetzt: "Seid Ihr glücklich?") und startete gar einen Wettbewerb, welche Publikumshälfte besser mitmacht. "Come on everybody: Clap your hands" ("Los, klatscht mit!"), appellierte er an die 450 Partygäste, die sich von den Musikern mitreißen ließen.
"Wir wissen, dass die Deutschen ruhige Zuschauer sind. Es ist mein Job, sie in Stimmung zu bringen" sagte Kelly. Doch wäre der Funke wohl nicht ohne die sehr guten Leistungen der Chor- und Bandmitglieder übergesprungen , die gekonnt bekannte Lieder wie "Down by the River side" oder "He\'s got the whole world in his hand" anstimmten.
Die Sänger wechselten sich bei den Soloeinlagen ab und zeigten so, über welch tolle Stimmen sie verfügten. Aber es war nicht nur Party: Bei a-cappella-Stücken wie "Amazing Grace" wurde es in der Nikolauskirche ruhig und besinnlich. Als Pianist Reverend Charles Lyles alleine auf der Bühne "Tis so sweet" anstimmte, wurde die Stimmung sogar ergreifend. "Wir wollen die Herzen der Zuschauer erreichen", sagte Kelly. Das ist gelungen: Egal, ob "Swing low sweet Cherio" oder "Glory Glory Halleluja": "The Very Best of Black Gospel" schafften in ihren wehenden blauen Gewändern stets die Balance zwischen Ausgelassenheit und Besinnlichkeit.
Die Konzertbesucher waren denn auch restlos begeistert. Achim Bindner, Tourist aus Freiburg, ist durch das Mitmachen ins Schwitzen gekommen. "Dem kann man sich als Zuschauer nicht entziehen", sagte er. Es sei super, wie die Bandmitglieder mit der Musik lebten.
Auch Petra Richard aus Traben-Trarbach war von dem Konzert sehr angetan: "Die Gospelgruppe gefällt mir sehr gut, und die Qualität der Performance ist erste Klasse." cst