Skipper müssen warten

Dass es in Graach irgendwann einen Yachthafen geben wird, bezweifeln schon seit Jahren viele im Ort. Doch der Investor hält nach wie vor an seinem Projekt fest und will in diesem Jahr mit den Vorarbeiten für den benachbarten Wohnmobilstellplatz beginnen.

Graach. Schon in den nächsten Wochen und Monaten soll sich etwas tun in Graach. Zwar nicht unmittelbar auf dem Gelände des geplanten Yachthafens, doch immerhin drum her um. Laut Ortsbürgermeister Werner Geller wird der Investor demnächst mit den Vorarbeiten für den benachbarten Wohnmobilstellplatz beginnen. Der befestigte Stellplatz ist wie der Hafen neben dem heutigen Festplatz der Gemeinde geplant. Aus dem Ort durch die Unterführung kommend, soll der Stellplatz links in Richtung Bernkastel angelegt werden und der Yachthafen rechts des Platzes in Richtung Wehlen. Mit als erstes wird die Zufahrt zu dem künftigen Stellplatz gebaut, und entlang der B 50 werden moselseits Leitplanken angebracht. Für die Stromversorgung des Platzes werden vom Gemeindelager aus Leitungen unter der Bundesstraße durch verlegt. Vor dem nächsten Frühjahr wird der Wohnmobilstellplatz laut Geller aber nicht fertig sein. Doch dafür soll dann auch alles "picobello" sein, spricht er auch die auf dem Gelände geplante Gastronomie an. In Sachen Yachthafen müsse die Gemeinde sich aber noch weiterhin gedulden. Der Investor wolle diesen teils über die Einnahmen aus dem Stellplatz finanzieren.Baubeginn für den Hafen in ein bis zwei Jahren

Investor Peter Kertels bestätigt das. Allein die Baggerarbeiten für den kompletten Yachthafen bewegten sich in einer Größenordnung von 1,7 Millionen Euro. "Ohne Fahrradweg, ohne Infrastruktur und ohne Toiletten", wie er betont. Sofern der Wohnmobilstellplatz so läuft, wie er sich das vorstellt, hofft er aber, in ein oder zwei Jahren mit dem Bau des Hafens beginnen zu können. Allerdings soll dieser dann in Teilabschnitten realisiert werden. Den Anfang soll ein etwa 600 000 Euro teurer Bereich für 60 Boote machen. Hafenleben soll auf dem Gelände aber schon mit dem Wohnmobilstellplatz einziehen, für den Kertels nun 250 000 Euro investiert. Für diese Summe würden unter anderem 320 Meter Leitungen durch den Ort verlegt. Den Vertrag mit dem beauftragten Bauunternehmer, der Firma Rosendahl und Bucher, habe er bereits unterzeichnet. Für die auf dem Gelände geplante Gastronomie fasst Kertels mehr als 400 Sitzplätze ins Auge, die allesamt in flexiblen, auflagegemäß hochwassersicheren, Bauten unterkommen sollen. Abgesehen von einem Biergarten schwebt ihm auch eine Vinothek vor mit Weinen örtlicher Winzer. Zum Toben für die Kinder will er ein Trampolin aufstellen und einen Abenteuerspielplatz bauen. Nachdem Kertels schon vor neun Jahren mit den Planungen für die Anlage mit Hafen und Wohnmobilstellplatz begonnen hatte, ist er nun zuversichtlich, dass es endlich voran geht. Die Auflagen der insgesamt fast 60 Behörden, die für das Projekt vorab zu hören waren, seien jedenfalls allesamt erfüllt.