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So geht es weiter mit dem Vitelliusbad

Vitelliusbad : Neue Becken, neue Vorschläge – Beim Vitelliusbad geht es in die entscheidende Phase

Das Vitelliusbad ist sanierungsbedürftig. Zuletzt wurde das Freibad Anfang der 1990er Jahre generalsaniert. Was damals passierte, erklären die planenden Architekten dem TV. Zudem werfen wir einen Blick auf das weitere Vorgehen bei der derzeitigen Planung.

Anfang der 1990er-Jahre ist das Wittlicher Freibad generalsaniert worden. Im TV erklären die planenden Architekten, Michael und Petra John vom Wittlicher Büro John & Partner, was damals passiert ist.

Die Architekten: Die beiden Architekten Michael und Petra John haben Anfang der 1990er-Jahre die Generalsanierung des Freibads geplant und begleitet. „Wir mussten im Bestand bleiben, weil das Bad in einem Wasserschutzgebiet liegt“, erklärt Petra John eine Vorgabe für die Generalsanierung des Anfang der 1970er Jahre gebauten Bads. Die alten Becken seien abgerissen worden, die neuen an deren Stelle neu gebaut worden „Es ist alles neu gemacht worden.“ Demnach stammt der aktuelle Beton der Becken nicht aus den 1970er Jahren oder ist gar noch älter. Nach einer Flutung, die zeigen sollte, ob die Betonhülle dicht ist, sei dann der Putz an die Wände und der Estrich auf dem Boden angebracht worden, um die Fliesen darauf zu verlegen. Diese seien dann mit einem Spezialkleber aufgebracht worden, so Michael John. Allerdings erst, nachdem Putz und Estrich ein zweites Mal verlegt werden mussten, weil beides wegen der Hitze großflächig abgeplatzt sei. Deshalb, so Petra John, seien die Bauarbeiten in Verzug geraten, die Folgegewerke konnten erst später beginnen und das Bad konnte nicht, wie geplant, zur 700-Jahr-Feier der Stadt eröffnet werden, sondern erst ein Jahr später. „Teilweise haben wir bei den kleineren Becken im letzten Winter der Sanierung unter Zelten gearbeitet“, erzählt Petra John – damit man fertig werde.

Auch für das Hallenbad habe sie eine Sanierungsvariante vorgelegt, die günstig umzusetzen gewesen wäre. Aber vonseiten der damalige Verwaltung, die die Pläne gehabt habe, sei nichts passiert. „Wir hätten das Bad mit relativ wenigen Mitteln auf Vordermann bringen können“, sagt Petra John.

Die Fliesen komplett zu entfernen sei wegen des bei der Generalsanierung aufgebrachten Spezialklebers vermutlich noch heute sehr schwierig, sagt Michael John.

Das sagt die Bürgerinitiative zum Erhalt des Freibads: Die Initiative stellt ihre Forderungen nun bei den Fraktionen des Stadtrats persönlich vor, wie Sprecher Jörg Krames dem TV mitteilt. Die Gruppe fordert weiterhin den Erhalt des Freibads in seiner jetzigen Form und eine genaue Prüfung der Kosten, die entstehen würden, um die schadhaften Stellen im Freibad zu sanieren. Ein neues Hallenbad könnte dann an eine andere Stelle gebaut werden, was aus Sicht der Mitglieder wegen der Veränderung des Wasserschutzgebiets möglich wäre, so Krames. Die Technik des neuen Hallenbads könnte dann mit der des Freibads verbunden werden, so die Pläne der BI. Sollten die Kosten jedoch zu hoch ausfallen, schlägt die BI als Alternative vor, die Grundstruktur des Bads zu erhalten mit dem großen Schwimmerbecken und den acht 50-Meter-Bahnen, der Sprunganlage und dem Nichtschwimmerbereich (unter Umständen in veränderter Form). Verzichten könnte man aus Sicht der BI – aus energetischen Gründen – auf den Whirlpool. In mehreren Sitzungen will die BI ihre Sicht nun den Fraktionen darstellen, die letzte wird, so Krames, am 29. Juni sein. Mit der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen haben die BI-Mitglieder bereits gesprochen.

So geht es weiter: Am Donnerstag, 2. Juli, tagt der Wittlicher Stadtrat im Eventum. Dann wird das Thema Vitelliusbad auf der Tagesordnung stehen. „Im Vorfeld finden aktuell Gespräche in den Fraktionen statt, an denen sich auch die Bürgerinitiative beteiligen kann“, teilt Stadtpressesprecher Rainer Stöckicht mit. „In der Sitzung des Stadtrates werden beide Planungsvarianten noch einmal zur Diskussion gestellt“, sagt Stöckicht weiter. Geht es nach dem Willen von zum Beispiel SPD-Fraktionsmitglied Joachim Gerke, soll in der Sitzung auch eine Entscheidung fallen, welche Variante umgesetzt wird. Das sagte er in der zurückliegenden Sitzung des Bauausschusses. Steht die Planungsvariante fest, müssen noch die Zustimmung des Landesrechnungshofs und entsprechende Förderzusagen eingeholt werden, die auf der Grundlage der Planungen und der veranschlagten Kosten basieren. Denn alleine kann die Stadt ein Projekt wie dieses mit einem Kostenvolumen von derzeit geschätzt rund 20 Millionen Euro finanziell nicht stemmen.

Generalsanierung Vitelliusbad 1990 Foto: TV/John und Partner

Eine Übersicht über das Projekt Vitelliusbad gibt es auch im Internet auf der Homepage der Stadt Wittlich (www.wittlich.de) unter dem Punkt Projekt Vitelliusbad.