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So läuft die Landtagswahl 2021 im Kreis Bernkastel-Wittlich

Landtagswahl : Höherer Aufwand, mehr Briefwähler – Die Landtagswahl in Bernkastel-Wittlich

Rheinland-Pfalz ist am Sonntag zur Wahl aufgerufen. Viele Wähler aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich geben ihre Stimmen aber schon vorher ab und nutzen die Briefwahl, wie die Rathäuser mitteilen.

Spuckschutzwände – vor einem Jahr ahnte keiner, dass es so etwas mal geben könnte. Über Aerosole hat sich sicher kaum einer Gedanken gemacht. Doch seit die Corona-Pandemie da ist, gehören Dinge wie diese zum Alltag, ebenso wie FFP2-Masken oder Abstandsregeln. Abstand und Hygiene sind auch bei der kommenden Landtagswahl das A & O. Eine Wahl, wie sie viele Bürger noch nicht erlebt haben. Die erste, die komplett unter Corona-Bedingungen läuft. Außer für die VG Thalfang, die im vergangenen Herbst bereits ihre neue Bürgermeisterin unter Corona-Bedingungen gewählt hat, ist das Prozedere Neuland. Aber auch die Wähler reagieren auf die Pandemie: Deutlich mehr als bei der Landtagswahl 2016 nutzen in diesem Jahr die Briefwahl, wie eine Umfrage unter den Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Traben-­Trarbach, Thalfang am Erbeskopf und Wittllich-Land, bei der Einheitsgemeinde Morbach und der Stadt Wittlich zeigt.

Briefwähler: Insgesamt 21 547 Stimmberechtigte gibt es zur Landtagswahl 2021 in der VG Bernkastel-Kues, bis zum 27. Februar wurden nach Mitteilung aus dem Rathaus 8749 Briefwahlanträge eingereicht. Zum Vergleich: 2016 waren es 4913 Briefwähler bei 22 126 Stimmberechtigten.

In der VG Traben-Trarbach gibt es 13 172 Wahlberechtigte und bis zum 1. März rund 5100 eingegangene Briefwahlanträge, wie Bürgermeister Heintel mitteilt. Das entspreche einem Anteil von 39 Prozent. „Bei der Landtagswahl 2016 hatten wir 13 741 Wahlberechtigte und 2891 eingegangene Briefwahlanträge, das entspricht 21 Prozent“, so Heintel. „Damit haben wir zum jetzigen Stand bereits eine Steigerung der Briefwählerzahl um 18 Prozent im Verhältnis zu 2016.“ Bei der VG Wittlich-Land haben von den insgesamt 23 437 Wahlberechtigten bis Anfang März 9019 Stimmberechtigte Briefwahlunterlagen beantragt, teilt das Rathaus mit. 2016 seien 4670 Briefwahlanträge gestellt worden.

In der Einheitsgemeinde Morbach waren bei der Landtagswahl 2016 8447 Bürger wahlberechtigt. Davon hatten bis zum 4. März 2016 1154 Wahlberechtigte – das entspreche 13,66 Prozent – Briefwahl beantragt. Insgesamt waren es 2016 1352 Briefwähler (16 Prozent). Für die diesjährige Landtagswahl sind 8380 Menschen wahlberechtigt. Davon hatten bis zum vergangenen Freitag 3086 Wahlberechtigte (36,82 Prozent) Briefwahl beantragt.

 Von den aktuell 13 235 Wahlberechtigten in der Stadt Wittlich haben bis Mitte vergangener Woche 4595 Wähler, das entspricht 34,7 Prozent, Briefwahl beantragt. 2016 waren es 21,54 Prozent der Wähler.

In der VG Thalfang waren es nach Mitteilung von Bürgermeisterin Vera Höfner Ende vergangener Woche 1768 Anträge zur Briefwahl bei 5789 Stimmberechtigten. 2016 seien es ungefähr zur gleichen Zeit 5872 Stimmberechtigte und 821 ausgefüllte Wahlscheine gewesen.

 

Wahlhelfer: Die Zahl der Wahlhelfer hat sich nicht in allen Kommunen geändert. In der VG Bernkastel-Kues werden nach Auskunft aus dem Rathaus acht bis neun Wahlhelfer pro Wahllokal benötigt, was in diesem Jahr in den 32 Wahllokalen rund 270 Ehrenamtlichen entspricht. In 2016 waren das 320 in 38 Wahllokalen. In der Stadt Wittlich helfen in diesem Jahr 130 Wahlhelfer, 2016 waren es 109. Neu hinzugekommen sind drei Briefwahlvorstände. In der VG Traben-Trarbach sind, wie Bürgermeister Marcus Heintel mitteilt, 200 Wahlhelfer vorhanden. Pro Wahllokal sei damit ein Helfer mehr vorgesehen als bei der Landtagswahl 2016.

Insgesamt 418 Mitglieder gibt es in Wittlich-Land in den Wahlvorständen (ohne Hilfskräfte). Der Einsatz von zusätzlichen Hilfskräften obliege jeder Ortsgemeinde beziehungsweise jedem Stimmbezirk – es gibt 49 Wahllokale – selbst. Die Zahl ist gegenüber 2016 nahezu identisch. In der EG Morbach In der Gemeinde Morbach sind 167 Personen für die Wahlvorstände bestellt – genauso viele wie 2016. 14 Wahlvorstände wurden für die Stimmbezirke sowie drei Briefwahlvorstände gebildet. Ebenfalls ist die Zahl der Wahlhelfer in der VG Thafang in etwa gleich geblieben: Zurzeit stehen dort rund 200 Wahlhelfer in den 24 Wahllokalen zur Verfügung. Bei der Landtagswahl 2016 waren es in etwa genauso viele.

Hygienemaßnahmen: Einwegkugelschreiber, Spuckschutzwände, Leitsysteme, Kontakterfassung, Abstandsregeln, Handschuhe, Maskenpflicht Einlasskontrollen, Verlegung der Wahllokale in größere Hallen oder Säle, oder Flächendesinfektion nach jedem Kabinenaufenthalt der Wähler – die Hygienemaßnahmen sind vielfältig. Zudem wurden alle Wahlvorsteher im Vorfeld mehrmals über das Hygienekonzept informiert.  Wittlichs Stadtsprecher Rainer Stöckicht: „Neben den üblichen Wahlvorbereitungen und der besonders hohen Beteiligung bei der Briefwahl verursachen die Hygienemaßnahmen einen erheblich höheren Aufwand. Das Land stellt pro Wahlraum eine Kostenpauschale in Höhe von 300 Euro zur Verfügung.“