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So läuft Fernunterricht an der Realschule plus in Traben-Trarbach

Realschule plus Traben-Trarbach : Mit Fernunterricht durch den Lockdown

Die Corona-Pandemie erschwert das Lernen für Schüler. Die Schulen setzen immer mehr auf Fernunterricht. Wie läuft das in Traben-Trarbach an der Realschule plus mit Fachoberschule?

Vom Gerede von der Corona-Generation hält Carsten Augustin nichts. Die Leistungen der Schüler und was sie in Pandemie-Zeiten gelernt haben dürfe man nicht herabsetzen, sagt der Leiter der Traben-Trarbacher Realschule plus und Fachoberschule (RSFOTT).

„Das eigenständige Arbeiten, das die Schüler jetzt lernen, wird ein riesiger Baustein werden“, glaubt der 54-Jährige. „Diesen Vorteil gilt es zu nutzen.“ Auch Augustin freut sich auf die Zeit, wenn wieder in allen Klassen Präsenzunterricht möglich sein wird. Wenn auch aus der Not vorangetrieben, sieht er aber auch die Möglichkeiten und Chancen der momentanen Situation. Im vergangenen Jahr habe man viel gelernt – Schüler, aber auch Lehrer.

Anders als an Grundschulen ist an der RSFOTT nur die zwölfte Klasse mit 15 Personen als Abschlussklasse im Präsenzunterricht. Außerdem seien einige wenige Schüler in der Notbetreuung. „Es klingt paradox: In der Notbetreuung läuft der Unterricht auch online“, erzählt Augustin. Der Fernunterricht funktioniere an seiner Schule gut, sagt Augustin.

Vor knapp einem Jahr beim ersten Lockdown habe man direkt mit E-Mails kommuniziert. Die Adressen waren schon vorher vorhanden. Im Kollegium wurden Teams gebildet, die verschiedene Bereiche entwickelten. So wurde für die Homepage der RSFOTT ein eigenes Forum aufgesetzt, in dem sich Schüler und Lehrer intern austauschen können. Später kamen auch Videokonferenzen über das System BigBlueButton (BBB) hinzu. „Wir hatten ja ein Jahr Zeit das auszufuchsen“, sagt Augustin. Es sei kein besseres oder schlechteres Vermitteln von Lehrinhalten. „Es ist ein anderes Arbeiten. Die Rückkopplung zwischen Schüler und Lehrer ist anders.“ Für die etwas mehr als 250 Schüler wird der Fernunterricht analog dem üblichen Stundenplan organisiert. „Ganz wichtig ist, dass die Schüler zu Hause auch einen Rhythmus wie in der Schule haben“, hat Augustin festgestellt. Dabei werden Unterrichtsinhalte per Videokonferenz vermittelt. Die Jugendlichen sollen aber nicht die komplette Zeit vor ihren Endgeräten verbringen, sondern auch analog mit Heft, Buch und Füllfederhalter. Für Wechselunterricht sieht Augustin seine Schule gut gerüstet. „Wir haben in allen Klassen WLAN und Rechner mit Lautsprecher und Mikrofon, um den Unterricht dann live zu übertragen“, erklärt er. Die bestellten Smartboards könnten jederzeit installiert werden. Wenn die Klassen je zur Hälfte in Präsenz und aus der Ferne unterrichtet werden, beteiligt sich eine Hälfte von zu Hause aus. Eine Reihe von digitalen Möglichkeiten, die in den vergangenen Monaten entwickelt wurden, werde auch den Unterricht verändern, wenn es keine Einschränkungen mehr gebe. Da ist sich Augustin sicher. Probleme gebe es natürlich auch im Fernunterricht. Etwa 30 Endgeräte habe man vom Kreis erhalten, um Schüler, bei denen es keine entsprechende Ausstattung gab, auszurüsten. Störungen im Online-Unterricht gebe es natürlich ebenfalls – ähnlich wie in Präsenz. Wichtig sei auch, niemanden zu verlieren. „Wenn jemand online nicht zu erreichen ist, dann wird nachtelefoniert und auch mal ein Hausbesuch gemacht.“ Und das dann ganz auf die alte Art und Weise.