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So schmeckt der Hunsrück: 40 Gastronomen beteiligen sich mit besonderen Angeboten an den Kartoffeltagen

 Die Köche Matthias Klein (Sohren) und Michael Böhme (Simmern, von links) haben sich besondere Spezialitäten wie Kartoffel-Pizza (großes Bild) ausgedacht. TV-Foto: Hans-Peter Linz
Die Köche Matthias Klein (Sohren) und Michael Böhme (Simmern, von links) haben sich besondere Spezialitäten wie Kartoffel-Pizza (großes Bild) ausgedacht. TV-Foto: Hans-Peter Linz FOTO: (m_huns )
Kell/Thalfang/Simmern. Seit 20 Jahren sind die Kartoffeltage ein kulinarischer Klassiker im Herbst. In diesem Jahr beteiligen sich 40 Restaurants in Hunsrück und Hochwald und locken mit besonderen Angeboten. Hans-Peter Linz

Auch in diesem Jahr sind wieder Restaurants aus der Region bei der Traditionsveranstaltung "Kartoffeltage Saar-Hunsrück" mit am Start. In 20 Jahren hat sich eine Veranstaltung, die einst in kleinem Umfang rund um die Gemeinde Kell am See entstand, zu einer landkreisübergreifenden Attraktion entwickelt. Hatten sich im vergangenen Jahr noch 32 Restaurants beteiligt, so sind es in diesem Jahr schon 40 Betriebe, die vom 8. bis zum 23. Oktober besondere Gerichte rund um die Kartoffel anbieten.

Die Kartoffeltage überschreiten nicht nur die Landkreis-Grenzen, sondern reichen sogar bis ins Saarland: 16 Kommunen sind dabei vertreten. Unter Federführung der Hunsrück-Touristik und in Zusammenarbeit mit Saarschleifenland Tourismus sowie rheinland-pfälzischen und saarländischen Tourist-Informationen wurden aus den ehemaligen "Hochwälder Kartoffeltagen" bereits im vergangenen Jahr die "Kartoffeltage Saar-Hunsrück". Jörn Winkhaus, Geschäftsführer der Hunsrück-Touristik erläutert, dass der 410 Kilometer lange Premiumfernwanderweg Saar-Hunsrück-Steig dabei als rotes Band und Namensgeber fungiert.

Diese Zusammenlegung war vor einem Jahr nicht ganz unumstritten, damals fürchtete der ursprüngliche Organisator Dittmar Lauer aus Kell am See, eine Aushöhlung dieser regionalen Besonderheit im Hochwald (TV vom 22. September 2015). Aber inzwischen, vielleicht auch durch die Gründung des Nationalparks Hunsrück Hochwald bedingt, rücken die Macher im Hunsrück näher zusammen.

So kooperieren die Kartoffeltage auch mit den Regionalinitiativen "Ebbes von hei" und "SooNahe", dem Naturpark Saar-Hunsrück und dem Naturpark Soonwald-Nahe. "Wir arbeiten mit den Tourist-Informationen, den Restaurants und den beiden Regionalinitiativen zusammen. Ich würde mich freuen, wenn sich in der Zukunft noch weitere Betriebe beteiligen", bemerkt Winkhaus. Die Touristiker versprechen sich einen Werbeeffekt für die gesamte Region. "Wandern und Kulinarik gehören zusammen. Wir haben den Saar-Hunsrück-Steig und die vielen Traumschleifen hier, die immer mehr Touristen anlocken. Da gehört ein kulinarisches Angebot mit regionalen Produkten dazu," sagt Winkhaus."Kartoffek ist traditionell"

Warum geht es um die Kartoffel? Dafür hat Klaus Wilhelm, Geschäftsführer der Regionalinitiative "SooNahe", eine Erklärung: "Die Kartoffel ist das traditionelle Gericht des Hunsrücks. Es ist ja eine Gegend, in der die Menschen sparsam sein mussten. Da bot sich die Kartoffel als Komplett-Lösung an. In gefüllten Klößen kann man zum Beispiel Reste verwerten und man kann die Kartoffel mit vielen Nahrungsmitteln kombinieren, die gerade geerntet werden können. Das ist typisch Hunsrück."

Und so ist auch die Ideenvielfalt der Köche für die Zubereitung des Grundnahrungsmittels während der Kartoffeltage groß: Es gibt die "Grumbeer" oder "Grumbier" gekocht, gebraten, gebacken, gedämpft, gequellt, zerquetscht oder gerieben. Da stehen zum Beispiel Schales mit gebratenen Steinpilzen oder das blaue Kartoffelsüppchen auf der Speisekarte und die traditionellen Hunsrücker Gefüllte Klöße wetteifern mit dem Kartoffel-Flammkuchen oder der neu kreierten Kartoffel-Pizza um die Gunst der Kunden.

Was trinkt man eigentlich am besten zu Kartoffelgerichten? "Natürlich passt ein Bier aus der Region gut dazu, oder aber auch ein eher trockener Riesling", sagt Matthias Klein, Koch im Restaurant Felsenkeller in Sohren.

Abgerundet werden die Kartoffeltage Saar-Hunsrück durch mehr als 40 kulinarische und regionale Veranstaltungen. Man kann sich zu Kartoffelbuffets an festen Terminen anmelden; es finden Märkte wie zum Beispiel der Hermeskeiler Bauern- und Handwerkermarkt oder der Bauernmarkt im Agrarhistorischen Museum Emmelshausen, beide am 9. Oktober, statt oder geführte Wanderungen zu Kartoffeln, Pilzen oder Kräutern.

Eine Liste der beteiligten Restaurants gibt es im Internet: www.kartoffeltage-saar-hunsrueck.de