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So sehen Gastronomen die Wittlicher Hotelbaupläne

Kostenpflichtiger Inhalt: City-Hotel : So sehen Gastronomen die Wittlicher Hotelbaupläne

120 Zimmer, 200 Betten und zwei Restaurants: Das geplante City-Hotel wird die Hotellerie und Gastronomie in Wittlich umkrempeln. Was sagen die Restaurantbetreiber dazu?

Kaum ein Vorhaben– abgesehen von der Sanierung des Vitelliusbades – sorgt aktuell in Wittlich für eine derart kontroverse Diskussion wie die Pläne zum Bau eines City-Hotels auf dem Kurfürstenplatz. Denn das Bauvorhaben hat nicht nur Befürworter, sondern auch Gegner. Die meisten Hoteliers in der Stadt sowie auch  Anwohner und Gewerbetreibende des Kurfürstenplatzes beäugen die beabsichtigte Neuansiedelung im Stadtzentrum kritisch.
Manchem Hotelier bereitet sie gar schiere Existenzangst (der TV berichtete). Diese ist vielleicht nicht ganz unbegründet, wenn man bedenkt, dass ein City-Hotel mit 120 Zimmern und 200 Betten – so der letzte Stand der Planung – die Bettenzahl in Wittlich mal so eben verdoppeln würde.
Doch in diesem demokratischen Prozess sind viele unterschiedliche Stimmen und Meinungen zu hören. Nach den Bewohnern des Fürstenhofes, den Gewerbetreibenden in der Ladenzeile und den Wittlicher Hoteliers hat der TV nun die  Restaurant- und Cafébetreiber der Säubrennerstadt auf die Hotelbaupläne angesprochen.

Dass in dem City-Hotel auch gleich zwei neue Restaurants eröffnen sollen, hörten dabei einige der angesprochenen Restaurantbetreiber zum ersten Mal. Das sind ihre Reaktionen:

Säubrennerklause „Ich sage mal, brauchen würden wir ein City-Hotel nicht. Es wäre eher von Vorteil, wenn man die ortsansässigen Betriebe unterstützt“, sagt Karsten Zöll, Inhaber des Restaurants Säubrennerklause. „Ich gehe davon aus, dass die bestehende Hotelkapazität ausreicht  und es ist die Frage, ob von dem Standort, an dem es geplant wird, nicht sogar Kaufkraft aus der Innenstadt abgezogen wird. Denn der Kurfürstenplatz oberhalb der Schloßgalerie, sagt Zöll, sei für ihn ganz und gar nicht die „City“ oder Innenstadt. Wenn sich dann bloß alles dort oben abspiele, wie er sagt, sei das für die wahre Innenstadt eher von Nachteil. Zu den im City-Hotel geplanten Restaurants sagt Zöll, dass man in der Wittlicher Gastronomie bereits jetzt schon um jeden Gast froh sein müsse. „Zöll: Die Innenstadt leidet ja – wie hinlänglich bekannt – nicht unter einer Gästeflut. Aber ich bin natürlich auch nicht seit elf Jahren umsonst hier.“

Restaurant Alexis Sorbas Eher positiv sieht man die Pläne für den Hotelbau am Kurfürstenplatz im griechischen Restaurant in der Himmeroder Straße. „Das bringt doch mehr Kunden in die Stadt“, sagt Georgios Nastos, Sohn des Inhabers. „Die Stadt braucht neue Hotels. Im Sommer sind oftmals alle Zimmer ausgebucht. Das habe ich schon oft erlebt, als ich versucht habe, für Gäste und Bekannte ein Zimmer zu buchen.“ Was sagt der Gastronom zu den angedachten Restaurantneueröffnungen? Solange es kein griechisches Restaurant sei, meint Nastos, mache er sich keine Sorgen.

Bürgerstube „Bislang sehe ich das positiv und rechne damit, dass dadurch mehr Kundschaft in die Stadt kommt“, sagt Gastronom Nikolaus Klas. „Aber andererseits ist nie eine Umfrage dazu gemacht worden, ob ein weiteres Hotel für die Stadt überhaupt sinnvoll wäre. Doch  insbesondere im Sommer hören wir schon mal Gäste sagen, es gebe in der Stadt keine freien Zimmer mehr. Ein neues Hotel in der Innenstadt würde meiner Meinung nach schon etwas für die Stadt bringen. Es darf nur nicht zu groß werden. Mancher bestehender Betrieb in der Stadt wirkt ja auch etwas renovierungsbedürftig.“ Solange die geplanten Restaurants nicht wie die Bürgerstube eine Karte mit deutscher Küche anböten, würden ihn weitere Mitstreiter dagegen nicht beunruhigen, sagt Klas, der bereits seit 20 Jahren im Geschäft ist.

Pizzeria Party Im italienischen Restaurant in der Friedrichstraße sieht man die Ansiedelungspläne positiv. „Ja sicher! Das ist gut für die Stadt, weil dadurch mehr Kunden kommen“, sagt Restaurant-Inhaberin Josephine Brundo. „Auch weitere Restaurants in der Stadt wären kein Problem. Vielfalt schadet nicht. Wir haben unsere Stammkunden.“

Restaurant Daus  Klaus-Peter Daus, Inhaber des traditionsreichen Gastronomiebetriebs in der Karrstraße, bereitet das Vorhaben ebenfalls wenig Sorgen: „Ich höre öfters Gäste sagen, sie müssten an der Mosel übernachten, weil Wittlich mal wieder ausgebucht sei.“

Er hoffe, dass mit einem City-Hotel noch weit mehr Kunden in die Säubrennerstadt kämen und der Standort attraktiver werde. „Man kann nicht immer alles tot reden. Gesetzt der Fall,  es würde nicht beschlossen, wären wir später vielleicht einmal froh, wenn wir doch Ja gesagt hätten.“ Was sagt Daus zu den Mitbewerbern, die da in der Gastronomie auf ihn zukommen? Er sieht es sportlich: „Es gibt keine Konkurrenz, es gibt bloß Mitbewerber.“ Aber sicherlich sei die Entscheidung, die der Stadtrat zu treffen habe,  nicht leicht.

Café am Markt Chrysanthi Ntafopoulou, Inhaberin des Cafés am Markt, würde sich über ein City-Hotel freuen: „Ich bin mit dem Plan einverstanden und sehe das positiv. Das bringt mehr Kundschaft in die Stadt.“ Die Innenstadt brauche mehr Hotelzimmer, sagt die Cafébetreiberin. „Wenn ich meinen Kunden helfen möchte, ein Hotelzimmer zu buchen, findet man so leicht und schnell meist gar keines.“