So war das Wetterjahr in der Region

So war das Wetterjahr in der Region

Der Mai zu nass, der Juli zu trocken: Der TV hat nachgefragt, wie Landwirte, Gärtner und Solarparkbetreiber auf das Jahr zurückblicken, womit Polizei und Straßenmeisterei Arbeit hatten und wie viele Besucher es ins Freibad gezogen hat.

Wittlich. Sonne macht glücklich. Nicht nur die Menschen. Auch die Bienen. "Die leben von Licht und Wärme", sagt Imker Tobias Billich. "Aber wenn es zu trocken ist, machen das die Pflanzen nicht mit." Insgesamt sei das Jahr durchwachsen gewesen: "Das Frühjahr war nass und kühl, daher war die Frühtracht nicht so gut." Die Sommertracht aber umso besser. "Pro Volk strebe ich einen Ertrag von 40 Kilogramm an." Der Imker hat insgesamt 80 Bienenvölker.
Auch die Ernte von Wein und Erdbeeren hat der Regen erschwert. Die Feuchtigkeit im Herbst habe zu einer schnellen Lese gezwungen, sagt Winzer Axel Mertes. "Es war ein guter bis durchschnittlicher Jahrgang, die Quantität unter Durchschnitt, die Qualität gut. 2013 haben wir gute Trinkweine mit moderatem Alkoholgehalt." Werner Linden, der bei Lüxem Erdbeeren anbaut und direkt vermarket, erklärt: "Normalerweise beginnen wir Mitte Mai. Aber weil es so lange so kalt und nass war, war dieses Jahr gut zwei Wochen später Ernte." Am Ertrag habe das aber nichts geändert, damit sei er zufrieden.
Von den Feldern auf die Straßen: 31 Schnee- und Eisunfälle hat es bisher im Bereich der Polizeiinspektion Wittlich gegeben. Zum Vergleich: 2012 waren es 34. Die Autobahnmeisterei hatte derweil nicht etwa nach dem langen Winter mit Rissen oder Löchern im Straßenbelag zu kämpfen, sondern der Sommer hat ihr Arbeit beschert. Leiter Winfried Valerius sagt: "Wir hatten drei Blow-ups." Wird es dem Beton nämlich zu heiß, wirft sich der Belag auf und kann platzen - das nennt man dann Blow-up. Ein solcher kann für Autofahrer gefährlich werden, weiß Valerius. "Wir ersetzen an den Stellen dann die Fahrbahn."
Weniger Sonne als erwartet


Dem Beton wurde es zu heiß - aber zu wenig Sonne schien offenbar auf den 40 Hektar großen Solarpark bei Hasborn. Andrea Fusenig von der Firma KGAL bei München, die Pächter der Anlage ist, erklärt: "Insgesamt wurden für die bislang abgerechneten Monate Januar bis Oktober für die Photovoltaik-Anlage Hasborn rund 5644 Megawattstunden und für die Photovoltaik-Anlage Niederöfflingen rund 5147 Megawattstunden in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Im bisherigen Jahresverlauf bleibt das Ergebnis der beiden Anlagen leicht unter den Erwartungen." Nur der Juli sei mit rund plus 23,3 Prozent Einstrahlung außerordentlich gut gewesen.
Von ihren Freizeitaktivitäten scheinen sich die Wittlicher aber nicht abhalten zu lassen: Über die Freibad-Saison - von Anfang Mai bis Ende September - zog es 76 448 Menschen ins Vitelliusbad. Christoph Ehlen sagt: "Wir hatten ein gutes Jahr. Die meiste Zeit über die Sommerferien war es ja auch sehr schön."
Auch Karsten Mathar vom Stadtmarketing ist zufrieden: "Wir hatten Glück: Alle unsere Veranstaltungen konnten stattfinden." Im vorigen Jahr musste nämlich das Stadtpark-Openair verlegt und ein Kino-Openair abgesagt werden - weil das Wetter nicht mitspielte.
Zurück zu den Bienen: Dieter Brussig ist Vorsitzender des Wittlicher Gartenbauvereins und sagt: "Bienen haben wir kaum gesehen - und hatten trotzdem unglaublich viel Obst." So viel sogar, dass manche Äste durch das Gewicht der Früchte abgebrochen seien. "Das war ein ausgesprochen ungewöhnliches Jahr", sagt Brussig. "Aber kein Schlechtes für die Gärtner."
Extra

"2013 war ein abwechslungsreiches Wetterjahr - doch unterm Strich fällt die Bilanz unspektakulär aus", sagt Dominik Jung. "Besonders kalt war der März. Die mittlere Temperatur lag bei 2,3 Grad und damit 2,6 Grad unter den langjährigen Werten. Auch der Mai war nass und kalt. Mit 130 Litern pro Quadratmeter fiel fast das Doppelte der normalen Regenmenge. Und es gab nur 125 Sonnenstunden - fast 40 Prozent weniger als normal. Ganz anders der Juli: ein Durchschnittswert von 20,6 Grad, das Regensoll nur zur Hälfte erfüllt, 40 Prozent mehr Sonne als üblich." eib

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