So waren und sind die Reiler

Mit einem Luststück des Theatervereins "Moselblümchen" Reil startete der Moselort vor einem Jahr in sein großes Jubiläumsjahr "1000 Jahre Reil", und mit einem Mundartschwank beendete der Verein die Feierlichkeiten. Das Besondere: Erstmals haben zwei Aktive des Vereins das Theaterstück selbst verfasst. Es war ein großer Erfolg.

Reil. Am kommenden Samstag fällt in der Reiler Turnhalle zum letzten Mal der Vorhang für den Mundartschwank "Dieh Reyla Biberte". Bis dahin werden seit der Premiere am 27. Dezember über 3000 Besucher das Stück gesehen haben - erneut also ein toller Erfolg für den Theaterverein "1912 Moselblümchen Reil".

Franz-Josef Butzen und Theo Greis haben das Stück geschrieben, beide führten auch Regie. Die beiden "Ur-Reiler" führten die Theaterbesucher in die Zeit um 1860, als es im Dorf weder Strom noch fließendes Wasser gab, ganz zu schweigen von Autos und Telefon.

Den Autoren und den bestens aufgelegten Laiendarstellern ist es gelungen, "die gute alte Zeit" wiederzubeleben. Und damals wie heute gab es bereits Nickelichkeiten zwischen Nachbarn, Diskussionen um die zu niedrigen Weinpreise, kleine Eifersüchteleien und zarte Annäherungsversuche zwischen den Geschlechtern. Der größte Teil des Stücks spielt in der Wohnküche von Winzer und Ortsbürgermeister Baptist Müller. Dort treffen sich die Nachbarn Philipp, Franz und Pitta zum Weidenmachen. Die Weiden werden sortiert und gekneipt (zu dünnen Bindeweiden gespalten). Dass über diese Arbeit, bei der es viel zu erzählen gibt, dem Wein kräftig zugesprochen wird (Bibert bedeutet der Trinkfreudige), versteht sich von selbst. Die unverheiratete und fromme Apollonia mischt sich ein, die junge Theresia überlegt, ob all des männlichen Macho-Gehabes in ein Kloster einzutreten - bis der fesche Adam Schneider auftritt. Der ungehobelte Winzer Philipp Lenz gerät mit dem einfältigen Peter Löbens in Streit wegen gestohlener Kartoffeln, und auch Theresia hat zunächst Ärger mit dem feschen Adam Schneider wegen einiger an einer Grenz-Rebzeile falsch gelesener Trauben. Schließlich landet das Ganze vor dem Schiedsgericht, an dem sogar der preußische Richter von Zitzewitz und der Pastor teilnehmen.

Die Akteure: Markus Linden, Carolin Burg, Marianne Justen, Gerhard Fischer, Christiane Burg, Tobias Treis, Franz-Heinrich Burg, Christian Lay, Bernd Scherrer, Lena Filzen, Jacqueline Röhl, Christian Schmitt, Andreas Gibbert, Raimund Roos, Jens Roth, Florian Barzen. Als Souffleusen agierten Beate Scherrer und Michaela Linden.

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