Solarstrom statt Raketen

In Zeiten knapper Kassen bemühen sich zahlreiche Gemeinden, durch Anlegen von Solarparks weitere Einnahmequellen zu erschließen. Die Entscheidung der Bundesregierung, die Förderung von Photovoltaikanlagen zu reduzieren und zum Teil einzustellen (TV berichtete), sorgt bei den betroffenen Gemeinden und Investoren für großen Wirbel.

Hontheim/Kinheim. (khg) Fast zeitgleich mit der Veröffentlichung der Entscheidung der Bundesregierung haben Betreiber und Investoren der Solarprojekte Hontheim und Kinheim-Sengwald begonnen, die Photovoltaik-anlagen in Hontheim (früheres Gewerbegebiet Benzenberg) und in Kinheim (Ortsteil Sengwald) zu installieren. Bei beiden Projekten sind als erste Maßnahme die erforderlichen Pfeiler für die Solarmodule fast fertig aufgestellt.

Betriebsleiter Zoran Tanasic vom Investor Solibra Luxembourg geht davon aus, dass die Arbeiten an beiden Anlagen im Mai dieses Jahres beendet sein werden und dann beide Anlagen ans Netz gehen. Bürgermeister Otto Maria Bastgen zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Solarprojekte in seiner Verbandsgemeinde. Von der Entscheidung der Bundesregierung sind die Solaranlagen nicht betroffen. Nachdem die Anlage in Kinderbeuern Ende 2008 ans Netz gebracht wurde, sind von Bürgermeister Bastgen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden weitere Flächen für Solaranlagen in Hontheim und Kinheim-Sengwald für weitere Photovoltaikanlagen angeboten worden.

Erforderliche Geländeflächen von Betreiberfirma gepachtet



Nachdem die erforderlichen Bebauungspläne in den betroffenen Gemeinden zügig abgearbeitet wurden, sind die erforderlichen Geländeflächen von der Betreiberfirma, der Bürger-Service GmbH Trier, auf die Dauer von 20 Jahren angepachtet worden. Bei der Solaranlage Hontheim sind dies sechs Hektar. Die Modulfläche bemisst sich auf 1,9 Hektar. Der Betreiber wird hier 2,5 Megawatt Photovoltaik-Nennleistung ins Netz einspeisen. Bei der Anlage Kinheim-Sengwald wurden vom Betreiber zwölf Hektar gepachtet. Hier werden jährlich 3,8 Megawatt eingespeist.

Für Bürgermeister Otto Maria Bastgen, der sich gemeinsam mit Ortsbürgermeisterin Ilona Lauxen über die Arbeiten am Benzenberg informierte, sind die durch die Solaranlagen erzielten Pachteinnahmen eine kleine Entlastung der Haushalte der Gemeinden. Bastgen bezeichnete beide Anlagen aus Sicht der Kommunen als eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Sache. Auch Lauxen freute sich, dass Hontheim in Kürze über eine Photovoltaikanlage verfügen wird. Die zusätzlichen Pachteinnahmen von dem Gelände der ehemaligen US-Raketenstation würden der Gemeindekasse guttun.