Fluglärm: „Solche Flüge sind nicht unüblich“

Fluglärm : „Solche Flüge sind nicht unüblich“

Immer wieder ärgern sich Bürger über tieffliegende Militär-Jets. Diesmal kommt die Beschwerde aus Neumagen-Dhron.

Am Montag vor einer Woche, 17. Juni, dröhnte es mal wieder über den Köpfen der Moselaner. Meinhard Andres aus Neumagen-Dhron schreibt: „Am Nachmittag des 17. Juni saß ich gegen 16.30 Uhr auf der Terrasse. Mit einem wahnsinigen Tempo rasten zwei Eurofighter im Tiefflug über Neumagen-Dhron. Sie flogen etwa auf halber Höhe zwischen den Wolken und der Erde. Ich finde das unverantwortlich von den Piloten, denn hier fliegen bei schönem Wetter oft viele Leute mit ihrem Gleitschirm oder Drachen über die Mosel. Auch an dem Mittag befanden sich einige über und unter der Flughöhe der Kampflugzeuge.“

Der TV hat beim Luftfahrtamt der Bundeswehr nachgefragt. Das Amt bestätigt: Die Auswertung der Radardaten vom 17. Juni zeige zu der genannten Uhrzeit zwei Eurofighter der Bundeswehr, die im Bereich von Schleich bis Zeltingen das Moseltal von Süd nach Nord durchflogen. Für den Einsatz sei eine Mindestflughöhe von bis zu 500 Fuß (etwa 150 Meter über Grund) ordnungsgemäß angemeldet worden. Der Einsatz sei unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen erfolgt. Militärischer Tiefflugbetrieb werde unter Sichtflugbedingungen durchgeführt und in der Regel durch die taktische Radarüberwachung (GCI) am Boden unterstützt. Dabei halten sich in diesem Luftraum alle Luftfahrzeuge, militärisch wie zivil, gleichberechtigt auf. Luftfahrzeuge die sich einander nähern, haben nach festgelegten Regeln auszuweichen.

Die Navigation erfolge unter anderem anhand markanter Geländemerkmale. Ein Flugverlauf entlang von Flusstälern sei nicht unüblich. Die Mindestflughöhe für diese Einsätze betragt 150 Meter. Diese Höhe werde immer über Grund gemessen, im Falle von Flusstälern über Wasser. Dadurch könne in höher gelegenen Orten links und rechts des Flugweges der Eindruck eines Unterschreitens der vorgeschriebenen Mindestflughöhe entstehen.

Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 8 620 730 können sich  Bürger mit ihren Beschwerden zum militärischen Flugbetrieb direkt an das Luftfahrtamt der Bundeswehr wenden.

Mehr von Volksfreund