Solidarpakt in Sachen Windenergie

Eine Solidargemeinschaft, bei der alle 16 Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Rhaunen von den Einnahmen aus der Windenergie profitieren, ist das Ziel von Bürgermeister Georg Dräger.

Auch Rudolf Kronz, Vorsitzender der SPD-Fraktion, plädierte in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates im katholischen Pfarrheim vor rund 100 Besuchern für eine solche "sozialverträgliche Nutzung".

Keine leichte Aufgabe, wie der Bürgermeister vermutet. "Da müssen wir noch ein dickes Brett bohren", meinte er auch hinsichtlich der vier Bebauungspläne, die dabei zu koordinieren sind.

In der gesamten Verbandsgemeinde kommt nach den von der Regionalversammlung der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe festgelegten Ausschlusskriterien nur eine 63 Hektar große Fläche zwischen Stipshausen und Hottenbach infrage.

Betroffen sind auch Sulzbach und Rhaunen. Das Credo des VG-Chefs: "Keiner soll sich über den Tisch gezogen fühlen." Neben ihm warnte auch CDU-Sprecher Klaus Hepp vor voreiligen Vertragsabschlüssen mit Betreibern: "Man sollte das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist."

Joachim Mix (FDP) hatte darauf hingewiesen, dass Betreiber Grundstückseigentümer mit Vorverträgen zu ködern versuchen.

Günter Weckmüller, Ortsbürgermeister von Hausen, wollte gern wissen, warum andere Areale als nicht geeignet bewertet wurden. Vor allem der vorgegebenen Mindestgröße von 50 Hektar fielen etliche Splitter-Flächen zum Opfer, erläuterte Planerin Christine Donnerstag.

Jürgen Fink (LUB) berichtete von einem besonderen Lob des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) für die Vorgehensweise der Planungsgemeinschaft. Vorbildlich auch für andere Regionen, laute dessen Urteil.

Wie viele Windräder auf das Vorranggebiet passen, wird sich laut Christine Donnerstag erst bei detaillierter Prüfung herausstellen. Der Trend gehe hin zu drei Megawatt-Anlagen mit einer Höhe von 160 bis 180 Metern. Die größten optischen Beeinträchtigungen gibt es dabei vor allem für Hottenbach, wie Rudolf Kronz meinte. Die Rotoren, die eventuell in der benachbarten VG Herrstein auf dem Höhenrücken bei Mörschied in Richtung Wildenburg errichtet werden, sind aber auch von mehreren Orten in der VG Rhaunen zu sehen.

Kritik gab's am Informationsfluss: Bei Ortsbürgermeister-Dienstbesprechungen sei zwar allgemein informiert worden. Von den favorisierten Standorten habe man aber erst spät und über Umwege erfahren, so der Tenor. Die Planerin verwies darauf, dass mehrere Vertreter aus dem Kreis der Regionalversammlung angehören.

Am Mittwoch, 16. März, soll der Verbandsgemeinderat das Thema vor Ende der Anhörungsfrist am 31. März abschließend behandeln.

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