Solide in der Krise

In Zeiten der Finanz- und Bankenkrise will die VR-Bank Hunsrück-Mosel ein verlässlicher Partner sein. Das war die zentrale Botschaft des Vorstandssprechers Hubert Hill bei der Generalversammlung am Mittwochabend.

Morbach. (iro) Der rote Faden bei der Generalversammlung der Morbacher VR-Bank am Mittwochabend war die anhaltende globale Finanz- und Bankenkrise. Vorstandssprecher Hubert Hill erinnerte vor 357 Anwesenden an "abstürzende Finanzkonzerne", die "wie Ertrinkende" nach jeder helfenden Hand gegriffen hätten, und "gewaltsame Strukturbereinigungen ohne Beispiel". Für sein eigenes Institut warb er um Vertrauen. Er wartete mit vergleichsweise positiven Nachrichten auf. Fünf Prozent Dividende sollten die Mitglieder fürs abgelaufene Jahr erhalten. Dem Vorschlag von Vorstandsmitglied August Bollig folgten die Mitglieder einstimmig.

"Wir sind mit dem richtigen Geschäftsmodell unterwegs", zeigte sich Hill überzeugt. Darauf wiesen seiner Auffassung nach die um drei Prozent gestiegenen Kundeneinlagen hin (2008: 224 Millionen Euro).

Diese Entwicklung führt der Vorstandssprecher auf die Krise zurück, in der die Menschen Sicherheit suchten. Die Bilanzsumme stieg 2008 auf 274 Millionen Euro (plus 2,5 Prozent). Mit einem bilanziellen Eigenkapital von 18,1 Millionen Euro ist die VR-Bank laut Hill "vergleichsweise gut ausgestattet". Um zwei Prozent auf 161 Millionen Euro erhöhten sich auch die Kredite. Von einer "Kreditklemme" könne deshalb beim Geldinstitut mit Hauptsitz in Morbach und weiteren zwölf Filialen keine Rede sein. Unter dem Begriff verstehen Banker die Verweigerung von Krediten an den Mittelstand. Eine der vorgestellten Zahlen stieß bei den Anwesenden auf besonderes Interesse. Sorgen macht nicht nur der VR-Bank nach wie vor die Zinsentwicklung. Die Zinsdifferenz auf dem Kapitalmarkt bleibe niedrig. Das Zinsergebnis sei um 4,2 Prozent zurückgegangen.

Die Stimmkarten der Mitglieder kamen bei den Wahlen im Aufsichtsrat zum Einsatz. Gregor Eibes, Vorsitzender des Gremiums und Bürgermeister von Morbach, wurde ebenso einmütig wiedergewählt wie Horst Sauer. Nicht abgestimmt wurde über einen Antrag von Artur Scholl aus Veldenz. Dieser plädierte für eine Fusion der VR-Bank mit der Volks- und Raiffeisenbank Bernkastel-Wittlich, hatte aber nicht die erforderliche Stimmenzahl für einen förmlichen Antrag. Hill und seine Vorstandskollegen sehen derzeit keine Gründe für eine Fusion. "Eigenständigkeit ist bestmögliche Mitgliederförderung", argumentierte der Sprecher.