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Solides Fundament für die neue Bank

Solides Fundament für die neue Bank

Es war eine historische Vertreterversammlung: Zum letzten Mal legte die Volksbank-Raiffeisenbank Naheland vor der Verschmelzung mit der Volksbank Hunsrück ihre Bilanz vor - nach einem wegen der Finanzkrise sehr turbulenten Geschäftsjahr 2008. Die Volksbank Hunsrück unterhält unter anderem Filialen in Longkamp, Kleinich und Irmenach.

Longkamp/Kleinich/Irmenach. (red) Zuversichtlich blickt die Volksbank-Raiffeisenbank Naheland der Verschmelzung mit der Volksbank Hunsrück entgegen: Am 1. Juni entsteht daraus die Volksbank Hunsrück-Naheland, die nach Aussage des designierten neuen Vorstandssprechers Otto Mayer ein sehr solides Fundament hat. Einstimmig billigten die Vertreter der Voba-Raiba Naheland in ihrer Versammlung in der Göttenbach-Aula in Idar-Oberstein den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2008.

Regionale Banken als Gewinner der Krise



Beide Genossenschaftsbanken gehören wie die meisten regionalen Kreditinstitute zu den Gewinnern der Krise, "in der wir allerdings auch ein paar blaue Flecken abbekommen haben", wie Jürgen Schmidt, Vorstand der Voba-Raiba Naheland, erläuterte. "Es gibt nach wie vor ein enormes Risikopotenzial", schätzt er die derzeitige Situation ein.

Die Auswirkungen der weltweiten Abwärtsbewegung sind auch in der Region deutlich zu spüren, beispielsweise bei den Zulieferern der Automobilbranche. "Viele Unternehmen bauen ihren Personalbestand deutlich ab", berichtete Schmidts Vorstandskollege Frank Schäfer. "Die Zahl der Insolvenzen wird deutlich ansteigen, die Risikolage wird sich verschärfen", sagte er voraus. Und das bei ohnehin schon schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Kreis, wie Schäfer betonte.

Die Großbanken sorgen für Ärger



Aber auch in anderer Hinsicht wirkt sich die Krise aus: Konkurrenten wie die Commerzbank und die Dresdner Bank, die den staatlichen Schutzschirm in Anspruch genommen haben, werben jetzt zum Ärger der Regionalbanken mit Konditionen über Marktniveau um Privatkunden. "Solche Wettbewerbsverzerrungen, die unsere Ertragslage gefährden, dürfen nicht weiter zugelassen werden", forderte Schäfer.

"Damit habe auch ich ein Problem", bekundete die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner, die zum Thema "Knappe Ressource Vertrauen - Was wird aus der sozialen Marktwirtschaft?" sprach. Zu der sieht sie keine Alternative. "Es gibt kein Drehbuch dafür, wie es jetzt weitergeht", fasste sie die Unsicherheit in Worte. Sie rief dazu auf, denen zu vertrauen, die sich wie die Genossenschaftsbanken und Sparkassen vor Ort für die Region engagieren. Das gilt auch für den neuen Partner.

"Auch wir müssen uns mit unseren Zahlen nicht verstecken", unterstrich Otto Mayer für die Volksbank Hunsrück, deren Bilanzsumme bei knapp 600 Millionen Euro liegt. "Die Wettbewerbsfähigkeit mit schlanken und effizienten Abläufen steigern", nannte Schäfer das Ziel für die neue Bank. Es soll in Marktbereiche aufgeteilt werden, in denen die bekannten Ansprechpartner erhalten bleiben sollen.

Fusion ist eine Liebesheirat



"Das ist keine Zwangs-, sondern eine Liebesheirat", verdeutlichte der Aufsichtsratsvorsitzende Günter Heß, dass die Chemie in der obersten Führungsetage stimmt: "Wir verstehen uns", sagte Frank Schäfer, der seinen zukünftigen Vorstandskollegen Otto Mayer und Erik Gregori für die stets fairen Gespräche und die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Hinblick auf die anstehende Fusion dankte.