SoMa setzt auf junge Leute

Langfristig geht es um die Förderung sozialer und ökologischer Projekte in Serbien und Deutschland. Im ersten Schritt will der Morbacher Verein "SoMa" jedoch Kindern und Jugendlichen in serbischen Flüchtlingslagern helfen. Dabei setzt er auf seine Initiative "Young4Young".

Morbach. (urs) Die Konzeption steht. Jetzt geht es an die Umsetzung der Ziele des 2007 gegründeten Morbacher Vereins "SoMa" (Sozial-Management). Sie wollten "Projekte in Deutschland und Serbien anstoßen", erklärt der Zweite Vorsitzende Gerhard Kern. So werde beispielsweise die Realisierung eines "Zukunftsortes" vorangetrieben. Das im Idealfall weitgehend autarke "sozial-ökologische Dorf" soll in Kooperation mit serbischen Entscheidungsträgern entstehen. Entwickeln und mit Leben füllen sollen es die Bewohner selbst. Die Zielgruppe könnte sich zusammensetzen aus Arbeitslosen, Sozialhilfeempfängern, benachteiligten Jugendlichen oder Menschen mit Handicap.

Vorerst konzentriert sich das Engagement von SoMa jedoch auf einen Ort der Gegenwart. Mit den eigenen Schwerpunkten Soziales, Ökologie, Technik, Kultur und Ökonomie vor Augen, will der Verein einen Beitrag leisten zur Milderung der Not in serbischen Flüchtlingslagern. Allein im Umkreis von Belgrad gebe es davon rund ein Dutzend, sagt die Vorsitzende Gordana Nikolic-Müller zur Begründung. Die Flüchtlinge lebten dort seit Jahren unter "schier unerträglichen Bedingungen" und ohne Zukunftsperspektive. Der Verein will daher vor allem Kindern und Jugendlichen helfen, von denen rund 200 im Lager Radinac leben, einem der größten von mehr als 50 in Serbien, wie Nikolic-Müller anhand einer Grafik zeigt. Um sie mit Schulmaterialien versorgen zu können, setzt der Verein auf seine Initiative "Young4Young". In dieser engagieren sich junge Leute für junge Leute. Je "4" Nachwuchsbands - serbische und deutsche - laden in beiden Ländern zu Benefizkonzerten ein.

Den Anfang macht am Samstagabend, 24. Januar, ein Konzert im, kostenlos zur Verfügung gestellten Brauneberger Bürgerhaus.

Brücke zwischen zwei Ländern



Die zwei Köpfe des Vereins haben sich durch ihre Arbeit kennen gelernt. Sozialtherapeut Kern ist Vorsitzender des Merscheider Dörrwies-Vereins, der seit fast drei Jahrzehnten Menschen mit Handicap ein Leben in der Gemeinschaft mit anderen ermöglicht. Sozialpädagogin Nikolic-Müller arbeitet als selbstständige Berufsbetreuerin. In Jugoslawien geboren, war die 43-jährige Mutter einer erwachsenen Tochter 1989 - zwei Jahre vor Kriegsbeginn - als Touristin in Deutschland, wo sie blieb.

Die Geburtsstunde von SoMa hat laut Kern im Herbst 2007 geschlagen. Ursprünglich sei es darum gegangen, jungen Deutschen eine intensivere Betreuung zukommen zu lassen. Dabei sei die Frage aufgetaucht, ob nicht eine Art Erlebnispädagogik in Nikolic-Müllers Heimat machbar wäre. Parallel dazu habe sich die Brückenfunktion abgezeichnet, dass Menschen aus Serbien in Deutschland und Deutsche in Serbien betreut werden könnten.

SoMa ist seit August 2008 als gemeinnützig anerkannt. Kontakt: Telefon 06533/3929, E-Mail: info@sozial-management.net oder www.sozial-management.net. Bankverbindung: VR-Bank Hunsrück-Mosel, Bankleitzahl 570 698 06, Konto 20 88 80.Extra Nachwuchsbands spielen: Mit einer Benefizkonzertreihe wollen Nachwuchsbands Geld für Kinder und Jugendliche in serbischen Flüchtlingslagern einspielen. Das Auftaktkonzert der Initiative "Young4Young" ist am Samstag, 24. Januar, im kostenlos zur Verfügung gestellten Brauneberger Bürgerhaus. Mit dabei: die Bands "dzk", "my plan! was yours", "face down stereo" und "brake the fall". Der Eintritt von vier Euro fließt in den Spendentopf. Einlass ist ab 20 Uhr. Veranstalter ist der Morbacher Verein "SoMa" (Sozial-Management), der soziale und ökologische Projekte in Serbien und Deutschland fördern will. Als erstes sollen Schulmaterialien für die rund 200 Kinder im Lager Radinac südlich von Belgrad gekauft werden