Sparen mit Geld, das keiner hat

WITTLICH. (noj) Schulden können einen teuer zu stehen kommen. Das gilt auch für den Haushalt der Kommunen. Der Kreis versucht, sozusagen das Beste aus den Finanzlücken zu machen und deshalb informierte sich der Kreisausschuss über "Schuldenmanagement".

Wenn es um Geld geht, wird es meistens kompliziert, und so hatte Landrätin Beate Läsch-Weber kompetente Fachleute in den Kreisausschuss eingeladen. Bei wachsenden Schulden wird ein sinnvolles Management notwendig, um die Zinsbelastung in Grenzen zu halten. Direktor Bernhard Klaus von der Landesbank Rheinland-Pfalz und Rainer Plein von der Sparkasse Mittelmosel-Eifel Mosel Hunsrück informierten die Ausschussmitglieder über mögliche Mittel des Schuldenmanagementes. Ziel war, die Minus-Seite nicht unnötig zu vergrößern und optimale Lösungen für den Kreishaushalt zu finden. Bernhard Klaus bestätigte dem Kreis, einen guten durchschnittlichen Zinssatz gewählt zu haben. Dieser sei niedriger als bei anderen Kommunen. Zudem seien die Zeitpunkte zur Umschuldung gestreut. Das Risiko plötzlich einen großen Betrag mit hohen Zinsen umschulden zu müssen, sei daher gering. "Hier wurde gute Arbeit geleistet", lobte er. Dennoch gebe es Möglichkeiten, die Zinsentwicklung zu optimieren. Als erstes Beispiel nannte der Direktor der Landesbank das so genannte "Cap", eine Begrenzung des Zinssatzes bei variablen Zinsen. Klaus betonte, historisch gesehen seien kurzfristige Darlehen vom Zinssatz her günstiger. Bei einer variablen Verzinsung, bei der der Zinssatz in bestimmten Abständen den aktuellen Werten angepasst werde, könne man sich diesen Umstand zu Nutze machen. Allerdings berge dies auch das Risiko, dass die Zinsen sehr stark anstiegen. Um abzusichern, dass die Zinsen nach oben nicht "wegliefen", wirke das "Cap" als Versicherung, die in diesem Fall eine Ausgleichszahlung leistet.Fest oder variabel - das ist die Frage

Voraussetzung für eine solche Versicherung sei ein Darlehensvolumen von zehn Millionen Euro. "Man kann aber auch mehrere Darlehen zusammenfassen", erklärte Klaus. Eine zweite Möglichkeit des Schuldenmanagementes sei der "Zins-Swap". Dies ist die Möglichkeit zweier Partner, für einen festgelegten Zeitraum Zinszahlungströme zu tauschen. Dabei könne man einen variablen Zinssatz in einen festen tauschen und umgekehrt. Wann dies sinnvoll sein könne, erklärt Alfons Kuhnen von der Kreisverwaltung: Zum Beispiel biete sich ein "Zins-Swap" an, wenn ein Kredit noch über mehrere Jahre laufe - und zwar zu einem Zinssatz, der deutlich über dem aktuellen liege. Dann mache ein solcher Tausch von einem festen zu einem variablen Zinssatz Sinn. Wie Kuhnen erläuterte, habe auch der Rechnungshof des Landes diesen "Zins-Swap" als geeignetes Instrument für das Schuldenmanagement genannt. Zudem hänge dieses Verfahren nicht von einer Genehmigung der ADD ab. In der Diskussion, die sich an die Referate der Finanzfachleute anschloss, zeigte sich, dass die Mitglieder des Kreisausschusses vor allem dem "Zins-Swap" aufgeschlossen gegenüber stehen. "Wir sollten den Swap prüfen in Bezug auf die Darlehen, die über fünf Prozent liegen", empfahl Landrätin Läsch-Weber. Albert Klein wünschte eine genaue Analyse der finanziellen Situation. Etwas skeptisch äußerte sich Günter Rösch. "Die Bank würde das nicht anbieten, wenn sie nicht davon profitieren würde", war seine Ansicht.