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Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück: Verwaltungsrat der Bank rechtfertigt Schließung von Geschäftsstellen und SB-Automaten

Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück: Verwaltungsrat der Bank rechtfertigt Schließung von Geschäftsstellen und SB-Automaten

Die Schließung von 13 Geschäftsstellen und 15 Standorten von Geldautomaten hat der Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück viel Kritik eingebracht. Der Verwaltungsrat der Sparkasse, in dem auch zahlreiche Kommunalpolitiker vertreten sind, hat die Entscheidung einstimmig getroffen. Wir haben nach den Gründen gefragt.

"Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen." "Wir mussten frühzeitig reagieren." "Wir müssen die Sparkasse zukunftsfest machen" - drei Sätze von Mitgliedern des Verwaltungsrates der Sparkasse (siehe Extra), der am Mittwoch vergangener Woche die Schließung von Geschäftsstellen und SB-Automaten beschlossen hat. Vorausgegangen war eine Strategietagung des Gremiums im April dieses Jahres. Der Verwaltungsrat hatte dabei den Vorstand beauftragt, sich über eine Neustrukturierung der Sparkasse Gedanken zu machen. Es gab in der Folge zahlreiche Gespräche. Das Ergebnis wurde am 14. Dezember den Mitgliedern zur Entscheidung vorgelegt. Alle stimmten dem Vorschlag zu. Einen Tag später informierte der Vorstand die Öffentlichkeit .

Verwaltungsratsvorsitzender Landrat GregorEibes macht deutlich: "Natürlich haben bei der Entscheidung zwei Herzen in meiner Brust geschlagen. Als Landrat erwartet man von mir, die Infrastruktur in den ländlichen Regionen unseres Landkreises zu erhalten. Als Vorsitzender des Verwaltungsrates bin ich gehalten, wirtschaftlich zu denken und zu agieren. Doch bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass sich diese Pflichten nicht widersprechen. Denn letztlich ist für mich als Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender das übergeordnete Ziel, die Stabilität und die Zukunftsfähigkeit der Sparkasse zu erhalten, damit sie so ihren öffentlichen Auftrag nachhaltig erfüllen kann."

Ähnlich äußert sich sein Cochem-Zeller Kollege Landrat Manfred Schnur, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates: "Unsere Sparkasse ist gut aufgestellt; eine der besten in Rheinland-Pfalz. So soll es auch bleiben. Dafür sind aber Schritte zwingend notwendig, damit die Kosten in einem vertretbaren Rahmen bleiben. Eine Maßnahme von mehreren ist dabei auch das Geschäftsstellennetz, Personalkosten, Sachkosten. Deshalb habe ich der Neustrukturierung zugestimmt, weil ja die Schließung von Geschäftsstellen nur ein Teil eines Gesamtkonzeptes ist. Im gleichen Schritt werden die zentralen Orte mit ihren Geschäftsstellen gestärkt und somit mehr Leistung und Angebot zu den Menschen gebracht."

Alexander Licht, Vorsitzender der CDU Bernkastel-Wittlich, sagt: "Ich kann jeden Bürgermeister verstehen, der protestiert - aber was wäre die Alternative gewesen?" Würde man über den Verbleib eines bestimmten Standorts diskutieren, müsse man dies auch bei vielen anderen tun. Die betroffenen Geschäftsstellen und SB-Automaten seien von immer weniger Kunden in Anspruch genommen worden. Mit Blick in die Zukunft sagt Licht: "Wir müssen rechtzeitig reagieren, um nicht später zum Reagieren gezwungen zu werden." Licht verweist auf die verbesserten Serviceleistungen der Sparkasse. Außerdem würde die Sparkasse älteren beziehungsweise nicht mobilen Menschen Bargeld nach Hause bringen. Licht: "Wir lassen niemanden zurück."

Bettina Brück, SPD-Vorsitzende im Kreis Bernkastel-Wittlich war bei der Sitzung am 14. Dezember nicht dabei. Sie sagt aber: "Ich hätte auch dem Vorschlag des Vorstandes zugestimmt." Es sei eine bittere und harte Entscheidung, die man sich nicht leicht gemacht habe. Brück: "Es ging letztlich um die Abwägung zwischen Infrastruktur in den Dörfern und Wirtschaftlichkeit der Sparkasse."

Mitglied im Verwaltungsrat ist auch Volker Holzen, Personalratsvorsitzender der Sparkasse und damit Interessenvertreter der Bankangestellten. "Ich habe für die Neustrukturierung gestimmt und stehe zu meiner Entscheidung." Wichtig sei für ihn, dass es keine Kündigungen geben werde. Um auch in Zukunft den Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze zu garantieren, habe die Sparkasse so handeln müssen.

Beate Läsch-Weber, Präsidentin des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz und Amtsvorgängerin von Landrat Gregor Eibes, gibt zu geschäftspolitischen Entscheidungen einzelner Sparkassen generell keine Stellungnahme ab. Grundsätzlich aber müssten die Sparkassen ihre Filialstruktur an ein verändertes Kundenverhalten, an neue demografische und betriebswirtschaftliche, aber auch zinspolitische Voraussetzungen anpassen.Extra

Der Verwaltungsrat bestimmt die Richtlinien für die Geschäfte der Sparkasse. Er überwacht den Vorstand. Unter anderem beschließt er die Verwendung des Überschusses, die Aufwandsentschädigungen, die Anstellung und die Entlassung der leitenden Angestellten im Einvernehmen mit dem Vorstand, den Erwerb und die Veräußerung von Grundstücken, die Errichtung von Gebäuden, die Errichtung und die Schließung von Zweigstellen.

Verwaltungsrat der Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück: Vorsitzender: Gregor Eibes, Landrat Bernkastel-Wittlich; stellvertretender Vorsitzender: Manfred Schnur, Landrat Cochem-Zell; vom Kreistag Bernkastel-Wittlich gewählte Mitglieder: Edith Baumgart, Bettina Brück, Christa Klaß, Eugen Klein, Alexander Licht, Günter Rösch, Michael Wagner, Achim Zender; vom Kreistag Cochem-Zell gewählte Mitglieder: Stephanie Balthasar-Schäfer, Marita Benz, Helmut Boor, Andreas Peifer. Sieben Sparkassenangestellte sind im Verwaltungsrat: Helmut Dohr, Marc Drouin, Volker Holzen, Birgit Loosen, Frank Michels, Claudia Resch, Holger Schabbach. sim