Spaß am Einsatz für das Gemeinwohl
Longkamp · Die Gemeinde Longkamp hat Leo Kolz zu ihrem Ehrenbürger ernannt. Der 83-jährige Familienvater engagiert sich seit Jahrzehnten für Vereine sowie Orts- und Pfarrgemeinde und hat sich um die Dokumentation der Dorfgeschichte verdient gemacht.
Longkamp. Eigentlich ist Leo Kolz es gewohnt, Ansprachen zu halten. Als rühriger Longkamper Bürger und Vereinsmitglied hat er das schon oft übernommen. Doch dieses Mal fällt ihm das Reden schwer - denn nun steht er selbst im Rampenlicht. Die Ortsgemeinde Longkamp hat den 83-Jährigen zu ihrem zweiten Ehrenbürger ernannt. Vor genau einem Jahr war Hans Herrmann, der 23 Jahre Ortsbürgermeister war, diese Ehre zuteil geworden.
Sichtlich gerührt dankte Kolz, der sich stets unentgeltlich für Dorf und Bürger einsetzte, allen, die ihn all die Jahre unterstützten. Neben Altbürgermeister Herrmann nannte er die Mitglieder der Vereinsvorstände sowie seine Familie und seine Frau Marlene, die sein Engagement stets mitgetragen habe. Für ihn sei das nie eine Last gewesen: "Diese Arbeit für das Gemeinwohl hat mir immer Spaß gemacht und macht mir heute noch Spaß", versicherte der Vater zweier Kinder und Großvater bewegt.
Die Gemeinde honoriere sein Engagement mit der höchsten Auszeichnung, mit der sie einen Bürger würdigen könne, sagte Winfried Ruf. Der erste Beigeordnete vertrat Ortsbürgermeister Franz-Josef Klingels, der aus familiären Gründen verhindert war. Beigeordneter Hans-Jürgen Schneider versicherte in seiner Laudatio: "Ohne Leute wie dich würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren." Daher verdienten seine Leistungen, die mitunter auch andere motivierten, sich zu engagieren, höchste Anerkennung. Die vorausgegangene einstimmige Entscheidung des Gemeinderates honoriere, dass Kolz stets mit gutem Beispiel vorangegangen sei und sich um den Ort verdient gemacht habe. Er praktiziere seit Jahrzehnten das, wovon andere nur redeten: "Bürgersinn und Solidarität". Einen wesentlichen Charakterzug des neuen Ehrenbürgers hatte einst Hans Herrmann, der ebenfalls Gast der Feier war, auf den Punkt gebracht. "Die Sünde, die Zeit totzuschlagen", würde sich Kolz nie verzeihen, hatte er noch als Ortsbürgermeister gesagt.
Zu den Verdiensten des neuen Ehrenbürgers zählt zum einen sein Engagement als Vereinsmensch und Ratsmitglied. Als Gründungsmitglied von Männergesangverein und Sportverein hält Kolz diesen ebenso seit mehr als 60 Jahren die Treue wie dem Kirchenchor und der Feuerwehr. Darüber hinaus war er 50 Jahre Vorsitzender des Kirchenchores, 45 Jahre im Vorstand der Feuerwehr, 19 Jahre Gemeinderatsmitglied und 36 Jahre im Pfarrgemeinderat, dem er zwölf Jahre vorstand. Unabhängig davon überarbeitete und ergänzte der aktive Schiedsmann die Pfarrchronik. Außerdem sammelte und archivierte er Fotos für den Bildband von Longkamp, und er führte den Nachweis, dass es schon 1786 einen Kirchenchor im Ort gab. Denn nebenbei beschäftigte sich Kolz mit den Ursprüngen des 1030 erstmals erwähnten Ortes, und er dokumentierte die Geschichte der Longkamper Glocken.
Die anlässlich der Longkamper Kirmes verliehene Ehrenbürgerschaft umrahmten Beiträge des Kirchenchores, der Grundschul-Trommelgruppe, des Fanfarenzuges der Feuerwehr und des Musikvereins Longkamp. urs