1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Spaziergänger setzt Notruf ab und rettet Mann damit das Leben

Spaziergänger setzt Notruf ab und rettet Mann damit das Leben

Er hört einen schrillen Ton, er bemerkt Qualm im Haus, aus dem das Signal kommt: So ging es einem 28-jährigen Spaziergänger am Dienstag, 3. September, kurz vor Mitternacht in der Koblenzer Straße in Wittlich. Er schaut durchs Fenster des Hauses und sieht: Da ist ein Mensch drin.

Rufen, Klopfen sind erfolglos: keine Reaktion. Der 28-Jährige fackelt nicht lange und setzt einen Notruf ab. Zwei Beamte der Polizeiinspektion Wittlich sind gerade auf Stadtstreife, hören über Funk von der brenzligen Situation und sind zwei Minuten später vor Ort.
Blitzschnelle Entscheidung


Auch die Feuerwehr ist alarmiert. Offenes Feuer ist nicht zu sehen, aber sehr starker Rauch. Die Polizei entscheidet: Hier schwebt ein Mensch in Lebensgefahr. Die zwei Beamten treten kurz entschlossen die Haustür ein, finden einen 59-Jährigen und tragen ihn ins Freie.
Das dauert noch einmal zwei Minuten. Der Hausbewohner ist mittlerweile wieder ansprechbar und wird aufgrund seines Zustandes direkt von der Polizei ins nahe gelegene Krankenhaus gebracht. Die Beamten selber sind mit einer Reizung der Atemwege leicht verletzt davongekommen. Der Löschzug der Feuerwehr kann zurückgerufen werden, doch die Hilfe der freiwilligen Profis für den Notfall ist trotzdem gefragt: Das Einfamilienhaus muss mit einem Spezialgebläse durchlüftet werden.
Die Ursache für den beißenden Qualm ist schnell gefunden: Der Mann hatte, bevor er vor dem Fernseher eingeschlafen war, den Herd angeschaltet, auf dem ein Stück Fleisch in der Pfanne verbrannt ist.
Martin Schmidt, Feuerwehr Stadtmitte, sagt am Tag nach dem Einsatz: "Solche Fälle gibt es häufiger. Dass jemand das Essen auf dem Herd vergisst und dann starker Qualm oder sogar ein Brand entsteht." Er rät dem Laien aber davon ab, einfach selbst zum Beispiel die Tür einzutreten: "Besser einen Notruf absetzen und auf die Feuerwehr warten. Wenn etwa ein hilfsbereiter Nachbar es gut meint und eine Tür eintritt, kann das in einem Mehrfamilienhaus zur Folge haben, dass das ganze Haus von Qualm oder Feuer erfasst wird. Wir haben Gerätschaften wie Lüfter oder Rauchschutzvorhänge dabei, um so etwas zu verhindern." sos