SPD baut Vorsprung aus

WITTLICH. (sos) 53,5 Prozent Wahlbeteiligung: Schon 2001 waren 59 Prozent kein Grund zum Jubeln. Die neue Zahl wird im gesamten Wahlkreis nur noch von Morbach mit 51 Prozent unterboten. Die Landtagswahl ließ fast die Hälfte der Wittlicher kalt.

Wo war die Passivität besonders groß? Laut Statistik in der Georg-Meistermann-Grundschule I (45 Prozent), die schon 2001 Schlusslicht bei der Wahlbeteiligung war (51,6). Dorf dagegen ist Spitzenreiter: 63,3 Prozent, genau wie auch 2001 (72,4). Insgesamt sackte die Beteiligung in allen 13 Stimmbezirken ab. Interessant sind die Ergebnisse bei den "Köpfen", die belegen, dass in der Regel eine Persönlichkeit wichtiger ist als ein Parteibuch, was das Verhältnis von Erst- zu Zweitstimme dokumentiert. Dieter Burgard, SPD, hat in Wittlich gewonnen: 44,6 (Minus 1,1), die SPD 43,3. Elfriede Meurer 38,4 (Minus 2,6), die CDU 35, Wolfgang Moritz 6,7, die Grünen 6,3. Die WASG bekam 1,4, Kandidat Klemens Thieltges 1,6 Prozent. Nur bei Rita Wagner ist die Bilanz unterm Strich umgekehrt: 8,7 Erststimmen, aber 9,8 für die FDP, die sich allerdings wie die Kandidatin im Vergleich zur Landtagswahl 2001 verbessern konnte. Das gelang sonst niemandem mit Ausnahme des Grünenkandidaten, der sich bei den Erststimmen über ein Plus von 1,4 Prozentpunkten freuen kann. Im Detail betrachtet, kann CDU-Kandidatin Elfriede Meurer, die für den verstorbenen Johannes Berg in den Landtag nachgerückt ist, zwar in der Regel nicht an dessen gute Werte aus 2001 anknüpfen, aber bis auf Wengerohr - Heimatort von Dieter Burgard - durchweg ein zum Teil beachtliches Plus ihrer Erststimmen im Verhältnis zu den Zweitstimmen vorweisen, was sonst keinem Kandidaten in dieser Klarheit gelungen ist. Mit unterm Strich 3,4 Prozentpunkten mehr für sie als für die CDU hat sie unter allen Kandidaten die Nase vorn. Tatsache ist auch, dass Dieter Burgard seinen Vorsprung ausgebaut hat: 2001 hatte er 4,7 Prozent, jetzt sind es 6,2 Prozent mehr als die CDU-Kandidatin. Mit Traumwerten, wie er sie in Wengerohr erzielt hat 51,4 und 57,2 Prozent kann keiner der Bewerber um das Direktmandat punkten. Allerdings hatte Burgard 2001 mehr "50-Plus-Ergebnisse". Bei den Erststimmen verzeichnen die CDU-Kandidatin in Neuerburg mit 46,2, die FDP im Alten Rathaus mit 14,3 und der Grünen-Kandidat in der Friedrichstraße II mit 9,7 Prozent ihr jeweils persönlich bestes Ergebnis im Stadtgebiet, das Klemens Thieltges, WASG, in Bombogen mit 4,2 Prozent erzielte. Und wo musste sich der Wähler-Favorit Dieter Burgard geschlagen geben? Zweimal im Stimmbezirk DOS Sehlemet und in Neuerburg - wie auch 2001, die Friedrichstraße I hat er aber seither "zurückerobert".