SPD bringt Neubau ins Spiel

TRIER/HERMESKEIL. Mehrheitlich hat der Kreistag Trier-Saarburg den Maßnahmen zur Sanierung des von Schimmelpilz und Schadstoffen belasteten Gymnasiums in Hermeskeil zugestimmt. Die SPD scheiterte mit ihrem Antrag, einen Neubau des Gymnasiums anzustreben.

Auf der Grundlage von Analysen und Gutachten hatte der Kreisausschuss erst vor gut einer Woche einstimmig einen Sechs-Punkte-Plan für die Sanierung des Hermeskeiler Gymnasiums verabschiedet (der TV berichtete). Wer glaubte, dass sich damit die Diskussion um das "Schimmelpilz-Gymnasium" beruhigen würde, musste sich in der jüngsten Kreistagssitzung eines Besseren belehren lassen. Es entwickelte sich eine Grundsatzdiskussion. Auch deshalb, weil die SPD vehement für einen Neubau eintrat. Dabei war das Gymnasium auf die Tagesordnung gesetzt worden, weil die Grünen einen umfangreichen Fragenkatalog an die Verwaltung gerichtet hatten mit dem Ziel, Zusammenhänge zu erkennen, die für die Fehlentwicklungen verantwortlich waren. Nicht, um "das bei der Sanierung federführende Kreisbauamt in die Pfanne zu hauen", wie Grünen-Sprecher Paul Port betonte, sondern um bei sämtlichen übrigen kreiseigenen Gebäuden rechtzeitig gegensteuern zu können. Rund 75 000 Euro sind bereits in die Schimmelbeseitigung gesteckt worden, weitere 525 000 Euro sollen bis Ende des Jahres folgen. Bis Herbst 2008 sollen weitere Isolierungs-, Dämmungs- und Energiesparmaßnahmen mit geschätzten Kosten von 2,3 Millionen Euro umgesetzt werden. Nach Mitteilung von Landrat Günther Schartz (CDU) sollen bei einem Gespräch am 21. Juli räumliche Fragen erörtert werden. Unter anderem, wie groß der Flächenbedarf für die Ganztags-Schulbetreuung sein wird. Ungehalten wurde der Landrat, als SPD-Fraktionsvorsitzender Alfons Maximini dem Amt für kreiseigenes Bauwesen "jahrelange grobe Vernachlässigungen" vorwarf. Das Ausmaß der Belastungen im Hermeskeiler Gymnasium sei den Kreisgremien nicht bekannt gemacht worden, sagte Maximini und forderte einen Neubau an anderer Stelle. Das kreiseigene Bauwesen habe bereits 40 Millionen Euro in die Sanierung von Schulen gesteckt, bemerkte Schartz und warf der SPD Unseriosität und Panikmache vor. Obwohl das Vorgehen bei der Sanierung schon länger einvernehmlich feststehe, gehe die SPD nun hinter ihr Wort."Wirtschaftlicher Totalschaden"

Angesichts des "wirtschaftlichen Totalschadens" beantragte die SPD, die 2,3 Millionen Euro Sanierungsmittel nur vorbehaltlich einer Entscheidung für einen Neubau zu investieren. Ein Neubau sei längerfristig die wirtschaftlichste Lösung. Das sahen die übrigen Fraktionen anders. Dittmar Lauer (CDU) forderte, die "unerträgliche Diskussion" endlich zu versachlichen, und Matthias Daleiden (FWG) betonte, der Kreis habe alles getan, um seiner Fürsorgepflicht nachzukommen. Den Grünen war es sichtlich peinlich, dass ihre Anfrage eine Grundsatzdiskussion über Neubau oder Sanierung auslöste. "Es ging uns darum, wie die Kommunikation bei den Mängeln ablief und wie organisatorisch darauf reagiert wurde", sagte Sprecherin Heide von Schütz. Michael Hülpes (CDU) dankte Lehrern, Eltern und Schülern für den offenen Umgang. Die drei Millionen Euro seien im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Problematik gut eingesetzt.

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