Sport, Spaß und eine gute Tat

Der Hunsrück stand am Wochenende im Zeichen des Geländeradsports: Mehr als 1000 Mountainbiker gingen bei der siebten Auflage des Erbeskopfmarathons auf drei Strecken an den Start. Fahrer aus ganz Mitteleuropa waren dabei. 200 Helfer des Veranstalters, die Sportfreunde Hochwald Thalfang, ermöglichten einen reibungslosen Ablauf.

Thalfang. Es ist schon ein grandioser Anblick, wenn sich hunderte Mountainbiker auf den Weg machen, den Erbes kopf zu erobern. Schon am frühen Sonntagmorgen schwor Moderator Markus Appelmann die Fangemeinde auf das Großereignis ein, schilderte die besten Punkte für Fotos und den Streckenverlauf bis hoch zum Erbeskopf. Von dort aus sausten die Radler wie die Skifahrer im Winter den Berg hinunter. "Das geht hoch und runter ohne Gnade", so seine Erklärung.

Ganz pfiffig waren die Starts im Ortszentrum organisiert. Die Sportler gingen zuerst auf der 110-Kilometer-Strecke an den Start. Eine Stunde später folgten die Teilnehmer der 65-Kilometer-Strecke. Erst zwei Stunden danach strampelten die Anfänger los, um sich mit 38 Kilometern Hunsrückgelände anzufreunden. Die drei Gruppen wurden gemeinsam im Ziel erwartet.

Sponsorengeld für guten Zweck eingefahren

Bis zu 3000 Höhenmeter waren zu überwinden. Diese waren Bemessungsgrundlage für die gute Tat von Stefan Seel aus dem saarländischen Saarlouis: Er startete für das "Bike-Aid-Racing- Team" und fuhr mit jedem Höhenmeter Sponsorengeld für einen guten Zweck ein. Ehefrau Sarah drückte ihm dazu beide Daumen.

Mit Temperaturen um die 20 Grad und Sonnenschein herrschte ideales Radrennwetter. Entsprechend entspannt war die Stimmung von Fans und Akteuren. Nur einem sah man die Anstrengung der letzten Tage an: Wolfgang "Bootsmann" Junk, dem ersten Organisator. "Heute morgen um 5 Uhr haben wir noch einmal alle Richtungspfeile und Absperrungen kontrolliert", erklärte er und war froh, dass nun endlich gefahren wurde.

Vorsitzender Andreas Schmidt ist stolz auf die Fans - nicht nur auf die, die von außerhalb angereist waren, sondern auch auf die Bewohner der zehn Orte, durch die der Marathon führte: "Die Leute erlaubten uns teilweise sogar, über ihr Grundstück zu fahren". In den Vorgärten wurde sogar gleichzeitig gegrillt.

Wie reibungslos und entspannt die Veranstaltung ablief, war auch an den Gesichtern der Polizei zu erkennen. Die Beamten Hans-Georg Gröber und Friedhelm Schabbach sagten: "Das ist ein schöner Dienst hier". Allein die Straßenüberquerungen der Fahrer seien Gefahrenpunkte, die aber, gemeinsam mit der Feuerwehr, gut zu meistern seien.

Zuschauer jubelten Fahrradfahrern zu

Auch wer kein Radler ist, den interessiert dieses Ereignis. Viele Familien machten einen Ausflug zum Marathon. Für Waltraud Ackermann und Albin Lange aus Geisfeld ist er jedes Jahr ein fester Termin: "Der Sport, der Teamgeist und die Stimmung, das gefällt uns." Überall jubelten die Zuschauer und probierten die Rasseln aus, die zuvor verteilt worden waren. Rund um den Thalfanger Weiher war eigens eine "Besichtigungsstrecke" aufgebaut, auf der die Fahrer ganz nah erlebt und fotografiert werden konnten. "Bitte lächeln" stand auf einem Schild, damit's ein schöner Schnappschuss wird.

Ergebnisse lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Ein weiterer Bericht folgt.