Spritzig und lebendig

WITTLICH. Das sinfonische Blasorchester Eifel-Mosel-Hunsrück konzertierte in Wittlich. Im Atrium des Cusanus-Gymnasiums brillierten die 65 Musikerinnen und Musiker mit Originalkompositionen vorwiegend zeitgenössischer Komponisten.

Drei Zugaben verlangten die gut 150 Zuhörer, zwei erhielten sie. Mit der dritten Zugabe hatten Dirigent Jochen Hofer und das sinfonische Blasorchester Eifel-Mosel-Hunsrück nicht gerechnet.Fünf Werke, vier davon Originalkompositionen standen auf dem Programm des zweistündigen Konzerts im Atrium des Wittlicher Cusanus-Gymnasiums. Phänomenal, fantastisch, furios - dies waren die Worte, die im Publikum während der Pause zu vernehmen waren. Die Leistung des sinfonischen Blasorchesters mit hochqualifizierten Amateuren aus den Landkreisen Daun und Bernkastel-Wittlich halten durchaus semiprofessionellen Bewertungskriterien stand."Of Sailors and Whales" von W. F. Mc Beth dauerte 25 Minuten und bot in fünf Sätzen Dramatisches, ebenso Beruhigendes und Lebendig-Lockeres. Moderator Walter Feltes führte in die Sätze des musikalisch umgesetzten Romans "Moby Dick" ein. Seine charmant vorgetragenen Erläuterungen versetzten die Zuhörer in das jeweilige Werk und spannten den Bogen zwischen Komponist, Orchester und Publikum. Der erste Konzertteil endete mit "Spartacus" von Jan van der Roost, einem bravourös dargebotenen Werk mit hohem Anspruch und ständigen Taktwechseln sowie ungeraden Taktarten.Hörner, Pauken und Tam-Tam fesseln Zuhörer

Die Leichtigkeit der Intonation, die Spritzigkeit und die Lebendigkeit des Orchesters waren sofort wieder da, als mit dem "Hanover Festival" von Philip Sparke der zweite Konzertteil eröffnet wurde. Hörner, Pauken und Tam-Tam fesselten die Zuhörer, ein Beckenschlag schloss den Auftakt ab, dann erklangen die 20 Klarinetten stimmig wie ein Streichorchester, jedoch den typischen "Klarinettensound" bewahrend. Zwei Tuben, fünf spielfreudige Posaunen, ein majestätisch überzeugender Hornsatz mit Euphonium stimmten mit ein, natürlich auch Trompeten und Cornetts sowie Saxophone, Flöten, Oboen und ein Kontrabass, außerdem die imposante Reihe der Percussions-Instrumente. Bei Gershwins "Ein Amerikaner in Paris" war die Leichtigkeit der Intonation ebenfalls zu spüren, wenngleich es hin und wieder leichte Abstimmungsprobleme gab und das typische des Gershwin-Klanges nicht immer hervor trat.Den Musikern selbst hatte das letzte Werk "Cartoon" von Paul Hart offensichtlich die meiste Freude bereitet, trotz höchster Ansprüche an Technik und Intonation. Das Orchester meisterte häufige Tempo- und Rhythmuswechsel, teilweise innerhalb weniger Takte. Kurze und prägnante Einwürfe wurden auf den Punkt gebracht.Nur kleine Unstimmigkeiten

Nur selten gelangten kleinere Unstimmigkeiten an die Oberfläche, gelegentlich die fehlende Stimmigkeit der Flöten und die hin und wieder leicht unrhythmische Percussionsunterstützung. Bei den Zugaben ließ insbesondere der Marsch "Arsenal" von Jan van der Roost nochmals das wunderbar Atmosphärische des sinfonischen Blasorchesters Eifel-Mosel-Hunsrück vollends erklingen.Das Konzert wird am Samstag, 22. November, in Kröv wiederholt.