Spurensuche bei Kerzenschein

Vor 200 Jahren wurde Jodocus Prüm geboren. Ihm zu Ehren fand in Wehlen ein großes Familientreffen statt. Sein soziales Engagement soll mit einer Stiftung fortgesetzt werden.

Wehlen. Die Szenerie erinnerte an Weihnachten. Das Licht ging aus, eine Kerze wurde angezündet. Es wurde still. Und dann wurde eine Geschichte vorgelesen. Den Part der Geschichtenerzähler übernahmen am Samstag die Brüder Eckhard und Jost Prüm. Sie erinnerten an ihren Vorfahren Jodocus Prüm, der am 22. September 1807 geboren wurde und ein bedeutender Weinhändler und Wohltäter war. Zu den Nachkommen gehören weltbekannte Winzer."Für uns lebt Jodocus als Vorbild weiter", sagte Jost Prüm. "Wir wollen seine Werte erhalten", fügte sein Bruder an. Deshalb werden die beiden die Jodocus-Prüm-Stiftung gründen (TV vom 22./23. September). "Das soll aber keine Prüm-Stiftung sein, sondern eine Bürgerstiftung", betonte Jost Prüm. Das Grundkapital, das die Brüder bereitstellen, beläuft sich auf 50 000 Euro. Mit den Zinserträgen und Spenden soll in erster Linie die alte Kirche, in dessen Krypta Jodocus Prüm beerdigt ist, nach ihrer Sanierung mit Leben erfüllt werden. Eine Kirche sei ein geistiger und kultureller Mittelpunkt. Das solle auch in Wehlen so bleiben, sagte Jost Prüm. Er ermunterte die übrigen Familienmitglieder und alle Bürger, die Stiftung zu unterstützen. In der ehemaligen Kirche hatten sich am Samstag etwa 70 Mitglieder der Prüm-Dynastie versammelt, die natürlich nicht alle diesen Namen tragen. Mit den Weinen der dazugehörenden Winzer hätte eine einzigartige Probe erstellt werden können. Alleine Jost Prüm, obwohl kein Winzer, öffnete Flaschen aus den Jahrgängen 1937, 1949, 1959, 1969 und 1971. "Jodocus Prüm hat Spuren hinterlassen", sagte Stadtbürgermeister Wolfgang Port. "Wir haben nun den Cusanus in Kues, den Doctor in Bernkastel und den Jodocus in Wehlen. Jetzt brauchen wir noch jemanden in Andel, fügte er an. Port hofft, dass das nächste Familientreffen in den sanierten Räumen über die Bühne gehen kann. "Die Stiftung wird helfen, die Zukunft zu meistern", sagte Ortsvorsteherin Gertrud Weydert mit Blick auf die Nutzung des Gebäudes. Die ehemalige Kirche soll der Mittelpunkt von Wehlen werden. Nach Weyderts Auskunft haben sich bereits Bürger bereiterklärt, die Stiftung finanziell zu unterstützen. Siehe auch Seite 7