St. Martin im Februar

DREIS. (sos) Schneeflocken vom Himmel, Bonbonregen von prächtigen Wagen, fröhliche Fußgruppen in tollen Kostümen: Der Zug in der Narrenhochburg Dreis brachte das Wittlicher Schloss plus Schaulustige aus dem ganzen Umland an die Salm.

"Wenn alles schunkelt, singt und lacht, ist sie da, die Dreiser Fasenacht": Zehn Wagen, fünf Musikvereine und 26 Fußgruppen zogen durch die Brückenstraße über die Freie Reichsstraße bis zur Talstraße inmitten durch dichtes Zuschauergedrängel am Straßenrand. Ob 2000 oder mehr Schaulustige gekommen waren, konnte niemand sagen, aber alle waren sich einig: Der Dreiser Zug ist einer der besten der Region. So schlenkerte auch Prinz Jürgen III. kurz vor dem Start erwartungsvoll sein Zepter, bevor er sein zinnenumkränztes Domizil hoch über den Köpfen der Menschen erklomm. Auch der Chef in Zivilzeiten, Klaus Steffgen, freute sich über die freundliche Übernahme seiner Gemeinde - für Besucher und auch viele Zugteilnehmer ist in Dreis dabei zu sein eine Ehrensache. So sagte eine der Niersbacher Piratinnen: "Nach Dreis kommen die Menschen von überall. Hier ist Stimmung und die beste Party!" "17. Juni" auf einem Riesenpferd

Und wo sonst kann man St. Martin in 15-facher Ausführung Brezel-verteilend auf einem Riesen-Pferd im Februar bewundern? Denn damit präsentierte sich beispielsweise die umtriebige Gruppe "17. Juni" und spielte darauf an, dass der "echte" St. Martin in Dreis im vergangenen Jahr zu Fuß gehen musste. Unter den prächtigen Wagen mit Gästen aus Binsfeld, Wittlich und Lieser-Platten gab es die Themen: Mississippi-Dampfer, Hasen, Indianer, Scheiche, die Reise um die Welt, St. Martin, Burgherren, Zigeuner-Pack, Schloss Philippsfreude und natürlich der Prinzenwagen von Prinz Jürgen III. aus dem Haus Mick. Die Ölscheichs verteilten Dreiser Öl-Dollar und fast wäre ihr Förderturm von einem Baum am Bach umgekippt worden. Die mit viel Liebe zum Detail kostümierten Fußgruppen dagegen setzten zum Beispiel auf Riesen-Kicker, Schotten, Piraten, Bienen, Froschkönige, Römer, Mozarts und auch auf Schneewelten oder gefährliche Dreiser Flintenweiber. Schätzungsweise 500 Aktive sorgten gemeinsam für einen prächtigen zweistündigen Umzug. Danach ging es traditionell ins Warme, wo zum Beispiel die kleinen und großen Garden von Karnevals- und Möhnenverein ihre Show-Tänze in der "Dreys-Narrhalla" zeigen, die mit rund 2000 Menschen dann wie vorher die Zug-Straßen aus allen Nähten platzt. Zur Stimmung trugen die Musikvereine aus Dreis, Bruch, Speicher, Salmrohr und Sehlem-Esch bei, die die Narren zum Schunkeln brachten. Für Sicherheit sorgte die Feuerwehr, und auch die Malteser standen bereit. Am heutigen Dienstag klingt die große Dreiser Karnevalszeit in allen Lokalitäten aus, bis die Fastnacht 2006 verbrannt wird.

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