Stadt investiert Millionen in Kindergärten

Bernkastel-Kues · Der Kindergarten in Wehlen muss saniert und erweitert werden. Kosten zwischen 1,1 und 2,4 Millionen Euro stehen im Raum - abhängig davon, wie die künftige Gruppenstruktur aussehen wird.

Ein Polizist spricht im Kindergarten Wehlen über die Regeln im Straßenverkehr. TV-Foto: Archiv/Clemens Beckmann

Bernkastel-Kues. Der Gemeinschaftskindergarten der Stadt Bernkastel-Kues und des DRK-Sozialwerkes im Stadtteil Wehlen ist in die Jahre gekommen. Über 40 Jahre ist die Einrichtung alt. Das Dach ist renovierungsbedürftig, Fenster und Wände müssen gedämmt, die Gruppenräume neu aufgeteilt werden. Der Kindergarten muss nicht nur saniert werden, auch eine räumliche Erweiterung ist notwendig, um der gesetzlichen Verpflichtung, Krippenplätze für die unter Dreijährigen anzubieten, zu genügen.
Wehlen war einer der ersten integrativen Kindergärten im Land. Das heißt: Dort werden behinderte Kinder zusammen in einer Gruppe mit nicht behinderten Kindern betreut. Die behinderten Kinder kommen größtenteils aus Orten außerhalb der Stadt.
Von den 75 Plätzen sind 55 Plätze im Regelbereich und 20 Plätze für behinderte Kinder. Es gibt vier integrative Gruppen und eine Regelgruppe. Zukünftig muss der Kindergarten aber noch 20 zusätzliche Krippenplätze anbieten. Das bedeutet eine große Investition, denn es müssen unter anderem weitere Gruppenräume, Schlafräume, Wickelräume, eine Küche und ein Essraum, Toiletten und Personalräume geschaffen werden.
Stadtbürgermeister Wolfgang Port hat dem Stadtrat in der Sitzung am Donnerstagabend eine erste Kostenschätzung vorgelegt. Eine Variante geht davon aus, dass der Wehlener Kindergarten auch weiterhin Plätze für behinderte Kinder anbietet. In diesem Fall ist die Baumaßnahme erheblich umfangreicher, weil die integrativen Gruppen kleiner sind als die Regelgruppen. Kosten für Sanierung und Umbau: 2,4 Millionen Euro. Werden lediglich zusätzliche Krippenplätze geschaffen, kommt der Planer, je nach Bauausführung, auf Kosten von 1,1 beziehungsweise 1,3 Millionen Euro. Die Unterbringung der behinderten Kinder war bislang kein Problem, doch bleibt es dabei, muss die Stadt wesentlich tiefer in Kasse greifen. Für das Vorhalten von integrativen Plätzen ist der Kreis zuständig. Deshalb erwartet die Stadt, sollte es zu der 2,4-Millionen-Euro-Investition kommen, eine angemessene Beteiligung des Kreises an den Kosten. Entschieden ist noch nichts. Ein weiterer Gesprächstermin mit dem Kreis ist für den 8. September vorgesehen.
Gertrud Weydert (Bündnis 90/ Die Grünen), Stadträtin und Ortsvorsteherin von Wehlen, will, dass der Kindergarten weiterhin ein integratives Angebot vorhält.
Einen möglichen Neubau, den sie ins Spiel brachte, hält Port allerdings für kaum realisierbar. Port: "Das ist mit Sicherheit die teuerste Lösung." Kindergärten in Bernkastel-Kues (Ist-Zustand): Gemeinschaftskindergarten Kueser Plateau: 30 Plätze, davon 15 Plätze im heilpädagogischen Bereich für behinderte Kinder; drei integrative Gruppen. Gemeinschaftskindergarten Wehlen: 75 Plätze, davon 20 Plätze im heilpädagogischen Bereich, vier integrative Gruppen, eine Regelgruppe. Kindergarten St. Antonius in Kues: 75 Plätze, davon sechs Krippenplätze; drei Gruppen. Zu den 75 vorhandenen Plätzen kommen 30 Krippenplätze hinzu. Der Anbau ist fast fertig. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt beträgt 1,5 Millionen Euro. Kindergarten St. Michael: 50 Plätze, davon sechs Krippenplätze; zwei Gruppen. sim