Stadt und VG werden im Juni eins

Die Vernunftehe ist geschlossen, eine Liebesehe soll es noch werden: Das wünschen sich alle, die seit einem Jahr an den Hochzeitsvorbereitungen von Stadt Cochem und Verbandsgemeinde Cochem-Land gefeilt haben. Seit Dienstagabend ist die Ehe perfekt.

Cochem. (jo) Die Vereinigung von Verbandsgemeinde Cochem-Land und Stadt Cochem zum Tag der Kommunalwahl am 7. Juni zur neuen Verbandsgemeinde Cochem ist offiziell unter Dach und Fach. Knapp zwei Wochen nachdem der Landtag die gesetzliche Grundlage dazu legte, unterzeichneten die Bürgermeister Herbert Hilken für die Stadt Cochem, Helmut Probst für die Verbandsgemeinde Cochem-Land und Landrat Manfred Schnur den Vereinigungsvertrag vor gut 100 Gästen im Kreishaus. Gekommen waren Ortsbürgermeister, Landtagsabgeordnete, Stadt- und Ortsgemeinderäte sowie der Mainzer Innenminister Karl Peter Bruch. Es war die Stunde des Optimismus und des Dankes. Alle dankten dem Innenminister für seinen persönlichen Einsatz und der dankte zurück.

Einig waren sich alle, dass Stadtrat und Verbandsgemeinderat an jenem denkwürdigen 23. Oktober vergangenen Jahres die richtige Entscheidung getroffen hatten. "Freiwilligkeit ist ein hohes Gut und wir haben unsere kommunale Selbstgestaltung in die Hand genommen", stellte Schnur feierlich fest und erinnerte an das Zittern, als die Hochzeit noch kurz vor der finalen Entscheidung an den Abwassergebühren zu scheitern drohte.

Der Innenminister dankte seinerseits für den "riesigen Erkenntnisgewinn", den das Prozedere des Cochemer Fusionsprojekts für weitere Zusammenschlüsse im Land und entsprechende Gesetzgebungen gebracht habe. "Wir haben enorm viel dazugelernt. Dafür danke ich allen, die daran mitgewirkt haben", so Karl Peter Bruch. "Es ist eine historische Stunde für Rheinland-Pfalz", sagte er mit Blick auf den landesweiten Modell-Charakter. Es war in den vergangenen Jahrzehnten schließlich nicht der erste Anlauf, die Reichsburgstadt und das gleichnamige Ferienland drum herum zusammenzuführen. Deshalb auch hier wieder Dank von Bürgermeistern und Minister an alle, die das Thema wieder in die politische Diskussion brachten und hartnäckig durchsetzten. Herbert Hilken wünschte, dass aus der "Vernunft-Ehe eine Liebes-Ehe" wird und Helmut Probst gab sich ebenfalls dankbar und zuversichtlich, dass man zusammenfinden und zukunftsfest wird. Tenor des feierlichen Akts bei Sekt und anschließenden Häppchen: Auf dass nun zusammenwachse, was zusammengehört. ca