Stadt will entschleunigen

Das Land plant den Ausbau der L 187 in Traben-Trarbach. Die ohnehin wenigen Parkplätze sind in Gefahr. Es besteht Diskussionsbedarf.

 In der Moselstraße und den umliegenden Straßen ist die Bebauung sehr eng. Bei der Sanierung des Straßennetzes soll die Situation verbessert werden. TV-Fotos (3): Klaus Kimmling
In der Moselstraße und den umliegenden Straßen ist die Bebauung sehr eng. Bei der Sanierung des Straßennetzes soll die Situation verbessert werden. TV-Fotos (3): Klaus Kimmling Foto: klaus kimmling (m_wil )
 In der Moselstraße und den umliegenden Straßen ist die Bebauung sehr eng. Bei der Sanierung des Straßennetzes soll die Situation verbessert werden. TV-Fotos (3): Klaus Kimmling
In der Moselstraße und den umliegenden Straßen ist die Bebauung sehr eng. Bei der Sanierung des Straßennetzes soll die Situation verbessert werden. TV-Fotos (3): Klaus Kimmling Foto: klaus kimmling (m_wil )

Traben-Trarbach Die Landesstraße 187 mitsamt ihres Umfeldes soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Dazu hat der für Landesstraßen zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) ein erstes Konzept erstellt, das inzwischen der Stadtverwaltung Traben-Trarbach vorliegt. Konkret sind von den Plänen im Ortsteil Trarbach die Schottstraße, die Grabenstraße, der Weihertorplatz und die Moselstraße betroffen.
Alle Straßen liegen in dem eng bebauten Altstadteilgebiet. Nach einer ersten Vorstellung der Planung im März seitens des LBM liegt der Ball jetzt bei der Stadt Traben-Trarbach, die ihre Wünsche in die Planung einbringen kann. Darüber hat der Stadtentwicklungsausschuss in einer öffentlichen Sitzung am Montag diskutiert. Anschließend wird das Thema im Haupt- und Finanzausschuss weiter beraten und schlussendlich in einer weiteren Sitzung im Stadtrat beschlossen.
Wie Stadtbürgermeister Patrice Langer mitteilt, habe der Landesbetrieb Mobilität die Planung sehr fußgängerfreundlich angelegt. Das würde jedoch die ohnehin problematische Parkraumsituation in der Altstadt verschlechtern.
Ausschussmitglied Carsten Augustin erläutert das: "Wir haben uns intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Letztendlich mussten wir dabei die fußgängerfreundliche Variante des LBM mit breiten Bürgersteigen etwas infrage stellen. Das haben wir auch im Ältestenrat besprochen und mit der Bürgerinitiative Leben in Trarbach abgestimmt." Demnach könnten im Blockbereich zwischen der Grabenstraße und der Moselstraße viele Parkplätze wegfallen. In der Grabenstraße wäre wegen ihrer unterschiedlichen Breite auch nur in gewissen Bereichen ein separater Fußgängerweg möglich. Augustin: "Es muss geprüft werden, ob eine Rinne oder ein Bürgersteig dort gemacht wird."
Denn zur Wahl stehen zwei Varianten: Entweder baut man einen Bürgersteig, der einen Absatz zur Straßendecke hat - oder auf den Absatz wird verzichtet, dann kommt die Entwässerungsrinne in die Mitte der Straße.
Dabei müssten die Bedürfnisse von Anwohnern und Touristen abgestimmt werden. Hajo Weinmann von der Verwaltung räumte ein: "Die Straßen werden von Autofahrern und Fußgängern genutzt. Macht man einen Bürgersteig, dann fahren die Autos schneller, lässt man ihn weg, dann passen die Autofahrer eher auf."
Gerhard Lettl von der BI Leben in Trarbach erinnerte daran, dass der historische Blockbereich jedoch erhalten bleiben soll. Insgesamt sollte die Stadt durch das Projekt entschleunigt werden und nach Möglichkeit in ganz Trarbach Tempo 30 eingerichtet werden. Langer wies darauf hin, dass die Grabenstraße als Anliegerstraße bestehen bleiben soll: "Dort sollen so viele Parkplätze wie möglich erhalten werden." Die wichtigen Parkplätze vor der Post sollen bleiben. Zudem soll geprüft werden, inwieweit ein Einbahnstraßensystem im Verbund mit Anwohnerparken und Parkraumbewirtschaftung realisierbar sei.
All diese Wünsche müssten zeitnah in den Wettbewerb kommen, da der LBM das Planungsverfahren noch in diesem Jahr starten will. Wichtig sei es, auch wegen der vielen Geschäfte, die Moselstraße als Flanierstraße fußgängerfreundlich auszubauen, so Langer.
Hajo Weinmann weist auf die Brisanz des Themas Parkplätze hin: "Eines ist klar. Wir werden Parkplätze opfern müssen. Wir werden mit dem LBM um jeden Parkplatz kämpfen müssen." Die Altstadt soll auch für den Durchgangsverkehr straßenmäßig erkennbar sein und sich von einer Durchfahrtstraße abheben. Der Weihertorplatz soll als Entrée für Trarbach gestaltet werden.
Nach der Diskussion herrschte im Gremium Konsens darüber, dem LBM die Themen Parkplätze, Verkehrsberuhigung und Fußgängerfreundlichkeit als besonders bedeutsam zu signalisieren. Eine weitere Konkretisierung wird in den Sitzungen der nächsten Wochen erfolgen.