Stadt will weitere Top-Lagen bieten - Wittlicher Industriegebiet Wengerohr-Süd wird erweitert

Stadt will weitere Top-Lagen bieten - Wittlicher Industriegebiet Wengerohr-Süd wird erweitert

Wittlich hat an der Autobahn, der B 50 neu und L 141, verkehrsgünstig gelegene Industrie- und Gewerbegebiete für Unternehmen, die große Flächen brauchen. Der Platz ist begrenzt. Für Nachschub wird gesorgt: Das Industriegebiet Wengerohr-Süd soll erweitert werden.

Wittlich. Auf dem Plan liegen Wengerohrs Felder als längliche Streifen wie ein unregelmäßig verlegter Parkettboden dicht an dicht: So sieht unbebautes Land aus. Daneben sind große Rechtecke eingezeichnet. Das sind die Firmenansiedlungen auf dem Lageplan, der zeigt, was an Wittlichs größten Stadtteil angesiedelt wurde. Der auffälligste, größte und vermutlich bekannteste Betrieb ist Dr. Oetker. Das Werk ragt weithin sichtbar aus der Ebene.
Die Nachfrage nach Grundstücken in dieser verkehrstechnisch gesehenen Top-Lage steigt. "Die Fertigstellung des Hochmoselüberganges im Zuge der B 50 neu wird die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Wittlich noch weiter erhöhen. Bereits die Öffnung des ersten Streckenabschnitts zwischen dem Autobahnkreuz Wittlich und der Abfahrt Platten/Industriegebiet Wengerohr-Süd hat die Nachfrage deutlich erhöht. So wurden bereits beispielsweise die Gewerbe- und Industriegrundstücke entlang der Straßburgstraße größtenteils vermarktet, obwohl diese erst im vergangenen Jahr erschlossen worden ist", sagt Jan Mußweiler, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Die Nachfrage will die Stadt bedienen. Auf zwei Flächen an den Seiten des bisherigen Gebietes sollen Felder Firmen weichen.
Um 48,6 Hektar soll das Industriegebiet auf dann rund 140 Hektar wachsen. Damit wäre es größer als das bislang größte Industriegebiet 2 mit 118 Hektar rund um die Rudolf-Diesel-Straße. Der Stadtrat hat in seiner vergangenen Sitzung dafür den Weg frei gemacht.Zeitplan noch unklar


Jetzt läuft das übliche Verfahren, um das Gebiet umwandeln zu können. Dazu sagt Jan Mußweiler auf TV-Nachfrage: "Bevor mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden kann, muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Ein Teil der Erweiterungsflächen ist in dem geltenden Flächennutzungsplan gegenwärtig nicht als gewerbliche Baufläche ausgewiesen."
In dem gegenwärtigen Planungsstadium könne er noch nicht sagen, wann man mit den Erschließungsarbeiten beginnen könne und fertig sei. Auch was die Grundstücke einmal kosten sollen, könne er noch nicht sagen. Eine Zahl steht fest: Die Kosten für das anstehende Planverfahren für die Erweiterung des Industriegebietes Wengerohr-Süd werden auf 283 000 Euro geschätzt. Das ist noch nicht alles. Im Stadtrat hieß es, es würden weitere Rechnungen zu zahlen sein: für Fachgutachten wie eine schalltechnische Untersuchung und eine landwirtschaftliche Betroffenheitsanalyse.
Doch vorher soll noch etwas anderes geregelt werden: Die mangelnde Internetversorgung in diesem Bereich, der keine Highspeed-Breitbandversorgung hat, wollte Wittlich mit einem Zuschuss für den jeweiligen Anbieter beheben (der TV berichtete mehrfach).
Das Problem soll sich bis Jahresende lösen. Der Pressesprecher der Stadtverwaltung sagt auf TV-Nachfrage: "Im Frühjahr 2014 hat sich die Firma Inexio aus Saarlouis dazu verpflichtet, die Industriegebiete Wengerohr und Wengerohr-Süd mit einem modernen und zukunftsfähigen Breitband zu versorgen. Dies wird voraussichtlich im Herbst planmäßig fertiggestellt. Der Zuschuss der Stadt Wittlich beträgt 370 000 Euro."
Die Stadt selbst, die laut Mußweiler "außer den Flächen in den Industriegebieten Wengerohr-Süd und Wengerohr keine weiteren baureifen Gewerbe- oder Industrieflächen anbieten" kann, bereitet derweil noch an einem anderen Stadtrand Platz für Investoren vor: "Derzeit ist die Erschließung des Industriegebietes III - Nord, das ist nördlich des Aldi-Zentrallagers, in Planung. Die Größenordnung beträgt etwa zehn Hektar", sagt Mußweiler.

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