Stadt Wittlich auf digitalen Wegen erkunden

Stadtrundgang : Per Smartphone durch Wittlich

Neues Angebot: Die Säubrennerstadt kann jetzt per Audio-Rundgang erkundet werden. Angefangen hat alles mit einem Diebstahl.

Wissen Sie, welche Straße die älteste in Wittlich ist? Oder warum der Trierer Kurfürst Philipp von Walderdorff sein Lustschloss ausgerechnet in Wittlich baute statt an der Mosel? All das und vieles mehr können Besitzer eines Smartphones oder eines anderen mobilen Endgeräts ab sofort auf einem virtuellen Rundgang durch die Säubrennerstadt erfahren. Den hat eine Gruppe Wittlicher gemeinsam konzipiert und eingesprochen. „Durch die abwechselnd gesprochenen Passagen wird es lebendiger“, sagt Wittlichs Kulturamtsleiterin Elke Scheid.

Bereits vor einigen Jahren sei die Idee entstanden, eine Führung für Touristen und Besucher der Stadt zu entwickeln, die individuell gemacht werden kann. „Vor sechs, sieben Jahren sind die Bronze-Tafeln an den historischen Gebäuden, auf denen die Erklärungen standen, gestohlen worden. Damals war klar, dass wir keine neuen Tafeln aus Bronze anschaffen werden, und Plastik war auch nicht das Richtige.“

Vom Heftchen oder der Broschüre entfernten sich das Kulturamt und der Verein Stadtmarketing schnell. So sei die dann Idee entstanden, eine virtuellen Rundgang anzubieten. Erste Angebote von Unternehmen, die bei der Umsetzung und Entwicklung mit eingebunden wurden, seien allerdings zu teuer gewesen. Bis durch Karsten Mathar vom Stadtmarketing der Kontakt zur Firma Lauschtour zustande kam – und das Projekt an Fahrt aufnahm.

Lauschtour bietet bereits in Teilen der Region Südeifel Touren an: die Teufelsschlucht oder den Dino-Park bei Ernzen zum Beispiel. In diesem Jahr soll der Moselradweg und im kommenden der Maare-Mosel-Radweg folgen.

„Das Kylltal, Bernkastel-Kues und Mülheim arbeiten auch bereits jeweils an ihrem Part. die zu einem Gesamtangebot verbunden werden können. Da wächst einiges zusammen“, sagt Elke Scheid. Zudem ist geplant, den Rundgang noch 2018  ins Englische, Französische und Niederländische zu übersetzen. „Von dort besuchen die meisten Touristen unsere Stadt.“

Die Realisierung des Projekts hat rund 10 000 Euro gekostet, sie kann auf allen mobilen Endgeräten genutzt werden.

Neben Elke Scheid und Karsten Mathar haben Stadtführerin Elke Marx-Zepp, der Geschäftsführer des Emil-Frank-Instituts René Richtscheid, Stadtführer Werner Zepp, Winzer Thomas Losen und die Vorstandsmitglieder des Fördervereins Wittlicher Kulturgüter, Ortwin Eich und Petra Korff, an dem Projekt mitgearbeitet. Beworben wird es mit einem Aufkleber auf den Parkuhren der Stadt, an den markanten Punkten (siehe Info), durch Infomaterial beim Verein Stadtmarketing, in Cafés, auf der Internetseite der Stadt und im sozialen Netzwerk Facebook.

Am Alten Rathaus in Wittlich, auf dem Marktplatz, startet der erste virtuelle Rundgang der Stadt. Foto: Petra Willems. Foto: TV/Petra Willems
Mit diesen Aufklebern wird in der Stadt auf den ersten virtuellen Rundgang durch Wittlich aufmerksam gemacht. Foto: Kulturamt der Stadt. Foto: TV/Kulturamt der Stadt

Ach ja: Die älteste Straße der Stadt ist die Karrstraße, und Philipp von Walderdorff residierte in Wittlich, weil das Klima  hier besser ist als in dem „stickigen“ Trier.

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