Stadtbummel mit teurer Heimfahrt

Eine Shoppingtour nach Trier endete für elf Jugendliche teuer. Weil ein Busfahrer sie nicht mitnahm, fuhren sie per Taxi nach Morbach zurück. Das Busunternehmen verweist auf seine Kalkulation aufgrund der Vorreservierungen im Internet und die gesetzliche Regelung, die Stehplätze auf der Linie verbietet.

Morbach/Trier. Teuer und ärgerlich endete für mehrere junge Leute ein Stadtbummel in Trier: Sieben Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren fuhren zwischen Weihnachten und Neujahr mit einem Bus der Luxemburger Firma Flibco von Morbach zum Shoppen in die Moselstadt. Als sie mit dem Bus des gleichen Unternehmens um 17.30 Uhr zurückfahren wollten, standen an der Haltestelle Trier/Verteilerkreis bereits vier weitere Jugendliche sowie Fluggäste, die zum Flughafen Hahn fahren wollten. Diese hatten ihre Plätze im Internet reserviert und nahmen ihre Plätze problemlos ein.
Als die insgesamt elf Jugendlichen, die teilweise über Monatskarten verfügten, in den Bus einsteigen wollten, wurde ihnen das vom Busfahrer verwehrt. "Kein Platz mehr", war die knappe Auskunft des Fahrers, der die jungen Leute an der Haltestelle stehen ließ. Diese mussten daher auf Taxis ausweichen. Die Kosten in Höhe von 155 Euro teilten sie unter sich auf. Die Morbacherin Tina Berg ist wütend über das Verhalten des Busfahrers. Zwei Töchter von ihr waren unter den Jugendlichen, die die Heimfahrt mit den teuren Taxis absolvierten. Sie hatte sich bereits mehrfach beim Busunternehmen beschwert, weil die ältere Tochter der alleinerziehenden Mutter im November und im Dezember zweimal von den Busfahrern nicht mitgenommen worden war. Die Siebzehnjährige ist auf die Busverbindung angewiesen, weil sie das Wirtschaftsgymnasium in Trier besucht. "Jedes Mal wurde mir gesagt, es käme nicht mehr vor", sagt Tina Berg. Dazu bemängelt sie, dass die Fahrer teilweise nur Französisch sprechen. "Wenn meine Tochter mal was fragen will, geht das nur mit Händen und Füßen", sagt sie.
Mike von Kauvenberg, Direktor Marketing bei Flibco, spricht bei dem Vorgang mit den elf Jugendlichen von einem bedauerlichen Einzelfall. Von den beiden Vorfällen im November und Dezember hatte er keine Kenntnis. Sein Unternehmen kalkuliere die Busgrößen nach den Reservierungen im Internet. Abhängig von den Vorbuchungen setze Flibco einen kleinen oder großen Bus ein.
Es seien meist nur zwei oder drei Personen, die ohne Reservierung mitfahren. Kommen dann mehr Fahrgäste als kalkuliert, seien die Fahrer gezwungen, Personen ohne Reservierung stehen zu lassen, denn die Gesetzeslage sei eindeutig: "Der Bus von Trier zum Flughafen Hahn fährt über die Autobahn. Dabei ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Fahrgäste sitzen und angeschnallt sind", sagt er. Stehplätze gebe es daher nicht. Da die Busverbindungen des Unternehmens nicht subventioniert werden, müsse Flibco auf wirtschaftliche Besetzung der Buslinien achten und könne nicht auf Verdacht größere Busse fahren lassen, ergänzt Paul de Muynck, Abteilungsleiter bei Flibco. Von Kauvenberg gibt zu, dass gelegentlich Portugiesen oder Franzosen ohne Deutschkenntnisse die Busse fahren. "Wir bemühen uns, luxemburgische Fahrer, die auch Deutsch sprechen, auf der Linie einzusetzen, aber das gelingt uns leider nicht immer", sagt er.

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