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Stadträte wollen Leerständen den Kampf ansagen: SPD setzt auf Workshops und Optimismus, alle stimmen zu

Stadträte wollen Leerständen den Kampf ansagen: SPD setzt auf Workshops und Optimismus, alle stimmen zu

Die Lokalpolitik nimmt erneut Anlauf mit dem Ziel, die Innenstadt zu beleben. Dieses Mal will die SPD mit Workshops Menschen mobilisieren, sich einzubringen. Außerdem soll ein Masterplan entstehen. Alle Stadträte wollen mitziehen und stimmen zu.

Wittlich. Glaube versetzt sprichwörtlich Berge. Die Wittlicher Stadträte wollen damit Geschäfte füllen. Sie glauben geschlossen an das Potenzial der Wittlicher Innenstadt. Einstimmig haben sie dem SPD-Antrag zugestimmt, auf den Joachim Gerke zuvor eingeschworen hat: "Es wird nicht gemeckert, und es wird auch nicht gewackelt!" Man werde ein Sparschwein beim Stadtmarketingverein aufstellen. Wer gegen die Parole verstoße, zahle.
Das klingt nach einer Riesenaufgabe. Aber der Glaube ist da, das sei lösbar. Worum geht's konkret? Zuerst will man möglichst viele Menschen wieder an einen Tisch bringen, die zum Thema Innenstadt mehr zu sagen haben, als nach Parkplätzen zu fragen (Konsultationsprozess).

Dabei sei an Workshops zu konkreten Themen gedacht, wie etwa modernes innerstädtisches Wohnen. (Stichwort: Bürgerbeteiligung). Ein Ziel, so erklärt Gerke: "Den Sachverstand, der in der Stadt vorhanden ist, zu bündeln. Etwa für die Suche nach Anbietern für noch fehlende Sortimente. Das ist viel authentischer, wenn das durch die Kaufmannschaft passiert." Ein solches aktives Anwerben, wie es auch vom aktuellen Projekt "Alwin" (der TV berichtete) betrieben werde, könne funktionieren mit der Haltung: "Hallo, wir sind das Kaufhaus Innenstadt. Wir wollen euch haben."

Man müsse weg von Denkschienen wie "der Verkehr als Heilsbringer".
Die "neue Energie", die vom Stadtmarketingverein ausgehe, gelte es zu nutzen. Auch die beiden Aushängeschilder und Frequenzbringer Wittlichs auf der grünen Wiese gelte es zu nutzen: das Kaufhaus Bungert und den Vitelliuspark.Zwei Pole als Lockmittel


Damit habe die Stadt das Vierfache ihrer Einwohnerzahl als Einzugsgebiet gewonnen, was man beim reinen Studium der Kennzeichen schon ablesen könne. Hier heißt der Appell: "Nutzen wir diesen beiden Pole, um das Kaufhaus Innenstadt zu stärken!" Denn sie bedeuteten Kaufkraftgewinn. Damit habe man "Lockmittel", so Gerke und, "Ich habe mit einem Bürgermeister aus dem Hunsrück gesprochen. Der sagte: ,Sobald der Hochmoselübergang fertig ist, werden wir nach Wittlich fahren.'"

Jetzt gelte es etwa durch gezielte Einladungen durch den Bürgermeister und die Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, Experten und Bürger in Workshops zusammen zu bringen, um eine Grundlage für einen verbindlichen Masterplan zu bekommen. Die CDU ist dabei. Elfriede Meurer betonte: "Wir haben uns immer als Unterstützer nicht Bremser verstanden. Unser Signal soll sein, dass wir keineswegs den Stadtkern vergessen haben." Und Jan Salfer, ebenfalls CDU, merkte nach Gerkes Ausführungen an: "Wenn wir mit dem Optimismus rangehen, den Sie versprühen, schaffen wir das." Auf dem Weg dahin ,die "Aktivitäten der Stadtverwaltung und der städtischen Gremien zur Stärkung der Innenstadt neu auszurichten", wie es im Antrag steht, will kein Mitglied des Stadtrates schon bei der ersten Debatte meckern oder an der Idee wackeln: Einstimmig wird dazu Ja gesagt. sos