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Stadtrat Bernkastel-Kues stimmt für Neugestaltung des Parkplatzes in Kues

Bernkastel-Kues : Klares Votum für geordnete Verhältnisse

Der provisorische Parkplatz am Kueser Moselufer wird neu gestaltet und auch optisch verschönt. Einige Anregungen aus der Bürgerschaft haben noch Eingang in das mehr als zwei Millionen Euro teure Vorhaben gefunden.

Christoph Heckel vom Trierer Büro BGHplan Umweltplanung und Landschaftsarchitektur bemüht die große Politik. „Das ist sozusagen die dritte Lesung heute“, sagt er in der Sitzung des Stadtrats Bernkastel-Kues. Nach Beratungen im Bauausschuss und einer Bürgerversammlung entscheidet das Gremium, ob der bisher mehr oder weniger provisorische Parkplatz am Kueser Moselufer (zwischen Thanisch Spitz und dem Minigolfplatz) ausgebaut und benutzerfreundlich gestaltet wird. Das Votum ist eindeutig. Der noch einmal überarbeitete Plan wird bei einer Gegenstimme angenommen.

Die Ausgangslage ist klar. Weil, wie mehrfach berichtet, der große Parkplatz auf der anderen Moselseite umgestaltet wird und dort bis zu 100 Stellplätze wegfallen, muss eine Alternative her. Dass dafür nur das Gelände auf der Kueser Seite in Frage kommt, liegt auf der Hand. Es wird bereits jetzt genutzt, allerdings eher ungeordnet und bis zum Frühjahr dieses Jahres auch gebührenfrei.

Fürs Auge bietet das auch von Spaziergängern und Radfahren stark frequentierte Gelände auch nicht viel. „Es ist stark versiegelt und hat den Charme einer Lagerfläche in einem Gewerbegebiet“, sagt Planer Christoph Heckel. Das anstehende Werk sei deshalb auch „mehr als eine reine Parkplatzgestaltung. Es soll ein Schuh draus werden, kein Torso.“

Das Gelände, das beim Weinfest der Mittelmosel als Rummelplatz dient, hat es in sich. Bei Hochwasser ist es schnell überflutet. Im Untergrund liegen viele Versorgungsleitungen. „Schon wegen des Hochwassers muss alles massiv und robust sein“, sagt Heckel.

Den in der Bürgerversammlung im März vorgestellten Plan hat sein Büro etwas modifiziert. Statt drei Ein- und Ausfahrten soll es nur zwei geben – jeweils am Anfang und Ende des Geländes. Die in der Mitte geplante Zufahrt wird zwar angelegt, ist aber nur als Behelfsinstrument gedacht und wird ansonsten mit Pollern versperrt.

Der kombinierte Fußgänger- und Radweg wird statt vier Meter einen halben Meter breiter und optisch getrennt. Es entstehen ein 2,50 Meter breiter asphaltierter Radweg und ein zwei Meter breiter gepflasterter Weg für Spaziergänger. Am Minigolfplatz und an der Thanisch Spitz werden sich, so Heckel, die Wege trennen. Der Planer weiß auch: Vor allem wird die gegenseitige Rücksichtnahme der Nutzer gefragt sein.

In erster Linie geht es aber um die Fahrzeuge. Für Wohnmobile und Busse wird das 1,4 Hektar große Gelände gesperrt sein. Es wird zwei gegenüberliegende Stellflächen geben. Zwischen ihnen verläuft die Spur für die An- und Abfahrt. 215 Stellplätze sind vorgesehen, etwas mehr als bisher. Zwischen der unteren Stellfläche und dem Fuß- und Radweg zieht sich wie bisher eine Grünfläche über den Platz. Für Flusskreuzfahrtschiffe gibt es ein Steg. Vor ihm wird eine größere Freifläche sein. Vor dem Minigolfplatz entsteht ein Spielplatz mit Wasserflächen.

„Wir haben viele Anregungen aufgenommen“, sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Port (CDU) mit Blick auf Diskussionen bei der Bürgerversammlung (der TV berichtete). Die Kosten sind immens. Sie belaufen sich nach derzeitigem Stand auf 2,15 Millionen Euro. Ob es dabei bleibt ist angesichts der aktuellen Lage in vielen Bereichen mehr als fraglich.

„Die Kosten galoppieren“, berichtet Christoph Heckel. Trotzdem: Wenn der Kreis die Baugenehmigung erteilt und nichts Unvorhergesehenes passiert, ist die Fertigstellung für Ende 2023 geplant.

„Das Problem mit dem Fuß- und Radweg ist gut gelöst, die Zu- und Abfahrt ebenfalls“, sagt Marc Spaniol (CDU). Was noch fehle sei ein Parkleitsystem für die Stadt. In der Hinsicht gebe es Fortschritte, sagt Stadtbürgermeister Port. „Wir haben drei Anbieter von Systemen ausfindig gemacht. Die Entwicklungsagentur analysiert das mal“.

„Der Plan ist für alle ein Gewinn“, sagt Eric Achtermann (FDP). Er hofft, dass das auch die Kritiker, vor allem die Anwohner, so sehen. „Wir verändern ein Stück Stadt, das nicht gerade einladend ist. Ich denke, dass die Anwohner keine Angst haben müssen“, sagt Gertrud Weydert (Grüne).

Zur Erinnerung: In der Bürgerversammlung hatten Anlieger ihre Bedenken vor mehr Verkehr, Lärm und Feinstaub geäußert. „Es tritt keine wahrnehmbare Veränderung auf“, glaubt Christoph Heckel. 

„Wir sind zufrieden mit dem Vorschlag“, sagt Brigitte Walser-Lieser (SPD). Lothar Marmann (Unabhängige Bürgerunion) treiben die Kosten die Tränen in die Augen. „Sie schrecken mich immens ab. Und wir wissen nicht, wie sie weiter explodieren“, sagt er. Von Marmann kommt deshalb auch die einzige Gegenstimme.

Frank Hoffmann (CDU) wird noch einmal grundsätzlich: „Der Verkehr in diesem Bereich wird sich erhöhen, weil der Parkplatz in Bernkastel ja kleiner wird.“ Er plädiert auch für nur eine Zu- und Abfahrt, um den Begegnungsverkehr zu verhindern. Unterschätzt wird nach seiner Meinung der Betrieb, der durch den Schiffsanleger entsteht. Und er sieht es als problematisch an, die Busse für den Transport der Gäste von Flusskreuzfahrten in der Saarallee zu parken. Schon das Wenden der Gefährte stelle ein Problem dar.